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Politik

Gesundheitsminister wollen Telemedizin als Teil der Regelversorgung

Donnerstag, 25. Juni 2015

Bad Dürkheim – Die Gesundheitsminister der Länder wollen mit dem verstärkten Einsatz von Telemedizin Patienten und Ärzte entlasten und zugleich die Versorgung verbessern. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll klären, wie die Telemedizin zum Bestandteil der regulären Versorgung gemacht und finanziert werden kann. Das beschlossen die Ressortchefs bei ihrer Jahrestagung in Bad Dürkheim, wie die Konferenzvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag berichtete.

„Es geht nicht darum, dass die Telematik die medizinische Versorgung ersetzt, es geht um eine notwendige und sinnvolle Ergänzung“, sagte sie.

Zur Forderung der Gewerkschaft Verdi nach deutlich mehr Stellen in Krankenhäusern betonte die rheinland-pfälzische Ressortchefin, die Krankenhausstrukturreform sei ein erster Schritt dazu. Sie sieht 660 Millionen Euro für Pflegekräfte im Zeitraum 2016 bis 2018 vor. Ein zweiter Schritt sei die Einsetzung einer Expertenkommission zu dem Thema, was nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

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(CDU) noch im Sommer geschehen soll. Verdi hatte am Mittwoch bei einer bundesweiten Protestaktion beklagt, dass in den Krankenhäusern 162.000 Stellen fehlten, allein 70.000 in der Pflege.

Die Gesundheitsminister sprachen sich zudem für eine bessere Versorgung von Schmerzpatienten in Krankenhäusern aus. Ferner soll die spezielle Versorgung sterbender Menschen nach ihrem Willen künftig nicht auf Hospize beschränkt bleiben, sondern ebenfalls Bestandteil der Regelversorgung werden. Gefordert wurde zudem eine verbesserte Hygiene in medizinischen Einrichtungen. Der gemeinsame Bundesausschuss solle dazu Indikatoren entwickeln, hieß es.

Telemedizin schafft Potenzial für den ländlichen Raum
Mit Blick auf die Telemedizin sagte Bätzing-Lichtenthäler,  die Konferenz sehe in der Telematik „eine große Chance“ und „richtig viel Potenzial für die Versorgung im ländlichen Raum“. Sie könne dem Patienten Wege und Arzttermine ersparen und beim Abbau von Bürokratie helfen.

Als Beispiel nannte sie ein Projekt aus Rheinland-Pfalz, bei dem chronisch kranke Herzpatienten ihre Daten ohne großen Aufwand per Internet zur Kontrolle an das Westpfalzklinikum übermitteln - der Gang zum Arzt sei dann „nur bei Ausreißern nach oben“ nötig. „Das hat eine unheimlich hohe Patientenzufriedenheit erfahren.“ Das Projekt sei deshalb auf den Eifelkreis Bitburg-Prüm ausgedehnt worden. „In allen Bundesländern gibt es solche Projekte“, sagte sie. Diesen Erfahrungsschatz gelte es nun zu nutzen.

Schmerztherapie muss verbessert werden
Zum geforderten Ausbau der Schmerztherapie sagte die Hamburger Gesundheits­senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), diese Behandlung sei vor allem bei chronisch Kranken eines der größten Probleme. Im Schnitt dauere es noch zwei Jahre, bis sie die richtige Diagnose erführen. „Das wollen wir verbessern.“ Etwa sieben Prozent der Menschen litten an chronischen Schmerzen. Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) sagte mit Blick auf die Forderung nach mehr Hygiene, die Bundes­republik müsse auch mit Blick auf die Atemwegserkrankung Mers gewappnet sein.  

© kna/aerzteblatt.de

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