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Ärzteschaft

Ärztekammer Berlin unterstützt Pflege-Streik an der Charité

Donnerstag, 25. Juni 2015

Berlin – Die Ärztekammer Berlin unterstützt den streikenden Pflegedienst der Charité Universitätsmedizin bei ihrer Forderung nach Mindeststandards in der Personal­bemessung. „Die DRG-Einführung (Diagnosis Related Groups/diagnosebezogene Fallgruppen) und die rasant fortschreitende Öko­nomi­sierung in den Krankenhäusern haben besonders im Pflegebereich der Krankenhäuser zu systematischen und dramatischen Personalreduzierungen geführt, die auch die Ärzteschaft mit großer Sorge erfüllen müssen“, heißt es in einer einstimmig verabschiedeten Erklärung der Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin.

Schon im Jahr 2001 habe die Kammer die politisch Verantwortlichen auf die zu erwar­tenden Schäden durch die Fallpauschalen hingewiesen. Diese Fehlentwicklungen seien nun alle eingetreten. „Wären DRGs ein Medikament, müssten sie unverzüglich aus dem Verkehr gezogen werden. Fast alle Wirkungen sind ausgeblieben, alle Nebenwirkungen sind eingetreten“, heißt es in der Erklärung.

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Die Delegierten fordern daher nachdrücklich Nachbesserungen am DRG-System. Außerdem müsse der Berliner Senat darauf hinwirken, den Landesbasisfallwert anzuheben, um die Personalkosten in Medizin und Pflege abzubilden. Außerdem sollten Beschäftigte in den Kliniken mit Hilfe der bestehenden Fehlerlernsysteme Engpässe in der Patientenversorgung mit Gefährdung der Patientensicherheit melden.

Der Pflegedienst an der Charité streikt seit dem 22. Juni. Heute will die Gewerkschaft Verdi erstmals wieder mit der Klinikführung zu Verhandlungen zusammenkommen. Mit dem unbefristeten Streik fordert Verdi mehr Pflegepersonal. Die Charité lehnt dies bisher wegen zu hoher Kosten ab und verweist darauf, dass es eine Lösung auf Bundesebene geben müsse.

Die Verhandlungen zwischen Verdi und der Charité laufen bereits mehr als zwei Jahre. Zuletzt hatte die Gewerkschaft das Angebot von 80 zusätzlichen Krankenschwestern und Pflegern ausgeschlagen. Nach Klinikangaben würden die von Verdi geforderten Personalquoten zusätzliche 600 Stellen bedeuten.

Auch heute blieb die Streikbeteiligung nach Angaben von Verdi hoch. Mittlerweile sei das Ziel von 1.000 unbelegten Betten erreicht, hieß es aus der Gewerkschaft. Damit kann die Charité ihre Bettenkapazität derzeit nur zu etwa zwei Dritteln auslasten. Ein Notdienst gewährleistet eine dringende Versorgung der Patienten.    © hil/aerzteblatt.de

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