Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kliniken müssen sich auf Investitionen verlassen können

Donnerstag, 25. Juni 2015

dpa

Berlin – Scharfe Kritik an der geplanten Krankenhausreform übt die Bundes­ärzte­kammer (BÄK). Ein wichtiges Defizit sind laut der Kammer die viel zu geringen Investitionen in die Klinik-Infrastrukturen. Die BÄK fordert gesetzliche Regelungen, die zusätzlich mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr für die Krankenhäuser sicherstellen müssten. „Notwendig sind klare und einklagbare Verpflichtungen der Länder für Krankenhausinvestitionen“, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem Bundesrat.

Die im Entwurf für ein Krankenhaus-Strukturgesetz vorgesehene Festschreibung des Investitionsvolumens auf lediglich den Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2014 sei dagegen „völlig unzureichend“, so die BÄK. Ohne deutliche Nachbesserung dieser Regelung könne von einer zukunftsweisenden Krankenhausreform nicht die Rede sein. „Leidtra­gende sind die Patienten sowie die Mitarbeiter in den Kliniken, die die fehlenden Finanzmittel durch eine weitere Arbeitsverdichtung und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen kompensieren müssen“, heißt es aus der Kammer.

Aber auch für die laufende Finanzierung biete die Reform keine Antwort auf drängende Fragen: „Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse, zur Reduktion der Arbeitsverdichtung zur Refinanzierung der Tarifabschlüsse sowie zur Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind nicht enthalten“, bemängelt die BÄK.

Begrüßenswert ist laut der Kammer aber, dass die Reform qualitative Aspekte der Versorgung stärker gewichten wolle. Bei der Umsetzung gebe es aber noch Diskussionsbedarf. Denn bislang sei die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von sogenannten Pay-for-Performance-Ansätzen im Gesundheitswesen nicht ausreichend nachgewiesen, so die BÄK. Die Reform sehe aber vor, dass künftig Qualitätszuschläge und Abschläge für Leistungen eingeführt werden, die in außerordentlich guter oder unzureichender Qualität erbracht werden.

Die BÄK fordert daher, Qualitätszu- und -abschläge zunächst wissenschaftlich zu evaluieren. Basis dafür sollten die vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss in den nächsten Jahren noch zu entwickelnden Qualitätsindikatoren sein, fordert die Kammer.

In den vergangenen Tagen hatte sich Krankenhausgesellschaften und die Gewerkschaft Verdi strikt gegen die geplante Reform gestellt. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.05.17
München – Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) haben die Mittel für das Jahreskrankenhausbauprogramm 2017 freigegeben. Insgesamt unterstützt......
08.05.17
Krankenhaus­landschaft: Saarland will umbauen und mehr investieren
Saarbrücken – Die neue Landesregierung im Saarland will mehr Geld in die Krankenhauslandschaft stecken. Die Investitionsmittel sollen von derzeit jährlich 28,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 um bis......
19.04.17
Fixkostendegressions­abschlag verunsichert Kliniken
Düsseldorf – Der neue Fixkostendegressionsabschlag (FDA) verunsichert laut Deutscher Apotheker- und Ärztebank (Apobank) viele Kliniken. „Aktuell spüren wir in unserer Beratungspraxis deutliche......
18.04.17
Krankenhäuser: Bundesländer müssen Investitionen verdoppeln
Berlin – Die Bundesländer haben die Krankenhausinvestitionen in Deutschland im Jahr 2015 mit rund 2,8 Milliarden Euro finanziert. Das zeigt eine neue von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)......
12.04.17
CDU kündigt Millionenprogramm für Kliniken in NRW an
Düsseldorf – Der Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen geht in die Endphase, bevor am 14. Mai eine neue Landesregierung gewählt wird. Nachdem die SPD den Kliniken bereits ein Milliardenprogramm......
04.04.17
Mehr Geld für Krankenhäuser in Baden-Württemberg
Stuttgart – Die rund 250 Krankenhäuser in Baden-Württemberg sollen in diesem Jahr Finanzmittel in Höhe von 525,5 Millionen Euro erhalten, 63,8 Millionen Euro kommen aus dem Krankenhausstrukturfonds.......
03.04.17
Krankenhaus­förderung: Rheinland-Pfalz für Verbundlösungen
Mainz – Mit gezielten Investitionen und der Unterstützung von Fusionen will die Landesregierung Rheinland-Pfalz die Krankenhausversorgung sichern. Wenn es nicht gelinge, Verbundlösungen für......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige