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Ärzteschaft

Steigende Kosten belasten die Arztpraxen

Freitag, 26. Juni 2015

dpa

Berlin – Die Betriebskosten von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten sind von 2009 bis 2011 um fünf Prozent gestiegen. Die Praxisinhaber erwirtschaften wegen stagnierender Jahresüberschüsse weiterhin weniger als die als Vergleich dienenden Oberärzte in Krankenhäusern. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht des Zi-Praxis-Panels (ZiPP).

Die Wissenschaftler des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) haben dafür Angaben zu Kosten, Einnahmen und Überschüsse von fast 5.000 Praxen für die Jahre 2009 bis 2011 ausgewertet. Die Daten beruhen auf Angaben, die von den Steuerberatern der Teilnehmer testiert sind. Angesichts der Ergebnisse sei nicht überraschend, dass Investitionen in den Praxen eher zurückhaltend getätigt werden, sagte der Geschäftsführer des Zi, Dominik von Stillfried. Die Wirtschaftslage habe sich bis heute nicht ausreichend verbessert.

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Die Entwicklung der einzelnen Kostenarten verlief im Berichtszeitraum sehr unter­schiedlich: So sind die Aufwendungen für Personal mit 8,4 Prozent, die Aufwendungen für Material und Labor mit 8,0 Prozent sowie die Aufwendungen für Versicherungen, Beiträge und Gebühren mit 7,0 Prozent stark gestiegen. Die Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung, Abschreibungen, Leasing und Mieten für Geräte sowie Fremdka­pitalzinsen entwickelten sich hingegen rückläufig.

Der Bericht zeigt auch: Rund 88 Prozent der Behandlungen trägt die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung. Auf die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen und für Selbstzahler entfallen rund zehn Prozent. Über alle Fachgebiete werden für 1,3 Prozent der Patienten die Behandlungskosten von der Berufsgenossenschaft/Unfallversicherung übernommen.  

Außerdem macht der Bericht deutlich: Niedergelassene Ärztinnen erzielen tendenziell weniger Umsatz als ihre männlichen Kollegen. „Praxisinhaberinnen nehmen sich mehr Zeit für ihre Patienten als Praxisinhaber. Insgesamt setzen sie aber auch weniger Arbeitszeit ein als Praxisinhaber. Gleichzeitig behandeln sie in fast allen Fachbereichen weniger Privatversicherte“, heißt es dazu in dem Bericht. „Die Implikationen dieser Beobachtung für die wirtschaftliche Situation der Praxen müssen weiter untersucht werden“, fordert der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen, im Vorwort. © hil/aerzteblatt.de

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