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Ärzteschaft

Kammerpräsidentin warnt vor der Freigabe von Cannabis

Montag, 29. Juni 2015

dpa

Hannover/Berlin – Auf die gefährlichen körperlichen und psychischen Auswirkungen von Cannabis hat die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Martina Wenker, hingewiesen. „Cannabis ist erheblich gefährlicher, als viele glauben“, sagte die Lungenfachärztin. Die jüngsten Initiativen der nieder­sächsischen FDP und der Grünen, auch in Niedersachsen eine legale Abgabe von Cannabis in die Diskussion zu bringen, seien „ein fatal falsches Zeichen für Kinder und Jugendliche“, so Wenker.

Hintergrund von Wenkers Appell sind Vorstöße zur Legalisierung von Cannabis wie jetzt in Berlin Kreuzberg: Dort hat Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne), am Freitag einen entsprechenden Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf den Weg gebracht. Sie fordert darin die Erlaubnis zum freien Verkauf von Cannabis-Produkten in ihrem Bezirk.

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„Wir wollen etwas in die Hand nehmen, was wir nicht in der Hand haben“, sagte Herrmann mit Blick auf den Schwarzmarkt für Cannabis-Produkte. Jedermann könne derzeit in Berlin illegal Cannabis kaufen. Diese Freiheit wolle sie durch eine kontrollierte Abgabe einschränken, sagte die Bezirksbürgermeisterin. Es gehe dabei auch um den Gesundheitsschutz der Konsumenten.

„Die körperlichen und psychischen Folgen des Drogenkonsums werden dramatisch unterschätzt“, warnte dagegen die niedersächsische Kammerpräsidentin und wies auf den jüngsten Drogenbericht der Bundesregierung hin. Danach ist die Zahl der jungen Menschen, die wegen des Konsums von Cannabis eine ambulante Suchtbehandlung in Anspruch nahmen, von 2007 bis 2013 um 31 Prozent gestiegen. Rund 600.000 vorwiegend junge Menschen in Deutschland hätten Probleme mit dem Konsum dieser Droge.

„Cannabis hat sich zu einem großen gesellschaftlichen Problem entwickelt. Die gehandelten Produkte sind in den vergangenen Jahren wirkstoffhaltiger und gefährlicher geworden“, erklärte Wenker. Angesichts dieser Situation sei es aus ärztlicher Sicht „absolut verantwortungslos“, eine freie Abgabe der Droge zu fordern, so die Kammerpräsidentin.

© hil/aerzteblatt.de

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