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Schon Medizinstudierenden drohen stressbedingte Erkrankungen

Dienstag, 30. Juni 2015

dpa

Erlangen – Viele Medizinstudierende zeigen schon im Grundstudium Symptome von stressbedingten Erkrankungen. Das belegen aktuelle Studien von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

„Uns ist aufgefallen, dass unsere Studierenden in Sprechstunden mit ihren Dozenten über die Jahre mehr und mehr von Stress und Prüfungsangst berichteten“, erläuterten die Leiter der Studie, Michael Scholz vom Institut für Anatomie der FAU und Pascal Burger von der psychiatrischen und psychotherapeutischen Spezialklinik Meissenberg im schweizerischen Zug.

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Die Wissenschaftler haben mehrere Jahrgänge von Medizinstudierenden vom Start an der Universität bis zum Ende des vierten Semesters untersucht. Dazu haben die Studierenden Fragebögen zu verschiedenen Aspekten ihrer mentalen Befindlichkeit ausgefüllt.

Zu Beginn des Studiums entspricht der Gesundheitszustand der angehenden Mediziner laut der Studie dem der Normalbevölkerung. Mit steigender Semesterzahl nehmen jedoch Depressivität, Ängstlichkeit und Burn-out-Beschwerden deutlich zu. Am Ende des zweiten Studienjahres war die Zahl der zumindest leicht depressiven Studierenden fast doppelt so hoch wie bei den Studienanfängern.

Gleichzeitig waren immer weniger Studierende in der Lage, Abstand zu den Belastungen des Studiums zu gewinnen, lernten zum Beispiel Tage und Wochen am Stück ohne große Pausen, und liefen dadurch vermehrt Gefahr auszubrennen. Je ausgeprägter dieses Lernverhalten war, desto ausgeprägter waren Stresssymptome der Studierenden.

„Wer angehenden Ärzten beibringt, die Gesundheit von Patienten zu steuern, muss ihnen auch beibringen, den eigenen Stress zu managen“, folgern die Erlanger Forscher.

Wie wirkungsvoll bestimmte Stressbewältigungstechniken sind, haben die FAU-Mediziner in einer weiteren Studie untersucht. Dabei erhielten Studierende im Rahmen eines Wahlfaches Einführungen in die Anwendung von Entspannungstechniken wie autogenem Training und progressiver Muskelentspannung. Die mentale Befindlichkeit der Teil­nehmer besserte sich laut den Forschern deutlich.

„Obwohl an unseren Studien nur Studierende der Universität Erlangen-Nürnberg teilge­nommen haben, sind unsere Ergebnisse auch auf andere Universitäten übertragbar“, ist Scholz überzeugt. Aufgrund ihrer Ergebnisse planen die Forscher, ein Wahlfach zum Erlernen von Entspannungstechniken zur Stressbewältigung für Medizinstudierende ab dem nächsten Wintersemester regelmäßig anzubieten.

© hil/aerzteblatt.de

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