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Medizin

Adenosin verstärkt Allergie in Ambrosia-Pollen

Dienstag, 30. Juni 2015

dpa

München – Das bisher bekannte Hauptallergen in der Ambrosia-Pflanze (Ambrosia artemisiifolia) ist nur in Verbindung mit den im Pollen vorhandenen Stoff Adenosin stark allergen. Das berichtet ein Team um Claudia Traidl-Hoffmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Umweltmedizin der Technischen Universität München (TUM), und Carsten Schmidt-Weber, Leiter des Zentrums Allergie und Umwelt der TUM und des Helmholtz Zentrums München, in der Zeitschrift Allergy (DOI 10.1111/all.12642).

Ambrosia artemisiifolia – auch Taubenkraut genannt – produziert Pollen, die schon in sehr geringer Menge starke allergische Reaktionen wie Asthma auslösen können. Erst in den letzten Jahrzehnten begann die starke Ausbreitung der Pflanze. Als wichtigster Allergieauslöser im Pollen gilt bisher ein Protein mit dem Namen Amb a 1.

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Denn gegen diese Substanz entwickelt der Großteil der Menschen, die mit Ambrosia-Pollen in Kontakt gekommen sind, Antikörper. „Wir konnten zeigen, dass das Haupt­allergen Amb a 1 alleine kaum Entzündungen auslöste – im Gegensatz zum gesamten Pollenextrakt, der sehr allergen war“, erläutert Maria Wimmer, zusammen mit Francesca Alessandrini Hauptautorin der Studie.

„Die Vermutung war, dass eine andere Substanz neben Amb a 1 für die Wirkung des Pollens verantwortlich ist“, so Alessandrini. Adenosin ist im Ambrosia-Pollen in großen Mengen vorhanden – und war somit ein interessanter Kandidat. Um diese Hypothese zu testen, entfernten sie Adenosin aus dem gesamten Pollenextrakt und verabreichten das Gemisch nochmals. Das Ergebnis waren nur noch sehr geringe Entzündungszeichen. Gaben die Wissenschaftler Adenosin alleine, beobachteten sie ebenfalls keine deutliche allergische Reaktion in der Lunge.

„Wie genau Adenosin bei Allergien verstärkend wirkt, können wir leider noch nicht sagen. Aber offensichtlich bindet das Pollenadenosin an die körpereigenen Rezeptoren und kann in Kombination mit anderen Stoffen Allergien auslösen“, erklärt Wimmer. 

© hil/aerzteblatt.de

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