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Ärzteschaft

Psychiater weisen auf erfolgreiche Arbeit im Maßregelvollzug hin

Donnerstag, 2. Juli 2015

Berlin – Die Rückfallquote im sogenannten Maßregelvollzug ist erheblich niedriger als im Strafvollzug. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hingewiesen.

In den Kliniken des Maßregelvollzugs werden in Deutschland aktuell mehr als 10.000 Menschen behandelt, die infolge einer schweren psychischen Störung oder Suchtkrank­heit straffällig geworden sind. „Der Auftrag der forensischen Psychiatrie liegt darin, die Patienten durch differenzierte Behandlungsangebote wieder zu einem straffreien eigenverantwortlichen Leben in Freiheit zu verhelfen. Die Voraussetzungen dazu sind im Strafgesetzbuch geregelt. Voll schuldfähige Straftäter verbüßen ihre Strafe hingegen in Justizvollzugsanstalten“, erläuterte Nahlah Saimeh aus dem Vorstand der Fachgesell­schaft heute zum Start einer Summer School für Studierende zur forensischen Psychiatrie.

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Laut der DGPPN werden rund fünf von 100 behandelten und entlassenen schizophrenen Patienten – der größten Patientengruppe im Maßregelvollzug –wieder straffällig. Auch die Rückfallquote der Sexualstraftäter hat sich in den vergangenen Jahren laut der Fachgesellschaft dank spezialisierter Behandlungs- und Nachsorgeangebote deutlich reduziert. Straftaten aus einer forensischen Behandlung heraus seien heute ausgesprochen selten.

„99,99 Prozent der begleiteten und unbegleiteten Ausgänge verlaufen ohne jegliche Unregelmäßigkeiten. Auch die Kriminalpolitik hat den Nutzen therapeutischer Angebote für Straftäter erkannt und setzt im Strafvollzug ebenfalls zunehmend auf Behandlung mit dem Ziel, die Gesellschaft vor Rückfallstraftaten zu schützen“, hieß es aus der DGPPN.

Allerdings macht der Ärztemangel auch vor der forensischen Psychiatrie nicht Halt. Mit der zweitägigen Summer School bietet die Fachgesellschaft Medizinstudierenden und jungen Ärzten daher die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Fachgebietes zu werfen. © hil/aerzteblatt.de

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