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Tabakindustrie sucht den Kontakt zu Jugendlichen

Freitag, 3. Juli 2015

Heidelberg – Ein umfassendes Tabakwerbeverbot fordert das Deutsche Krebsfor­schungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. „Deutschland ist europaweit – neben Bulgarien – das einzige Land, in dem noch großflächige Plakatwerbung erlaubt ist“, kritisiert das Zentrum. Neben dieser klassischen Werbung suche die Tabakindustrie aber auch den direkten Kontakt zu jungen Menschen, um diese als neue Raucher zu gewinnen. Die Strategien dazu hat das DKFZ in einem neuen Report dargestellt.

Danach stellen die Tabakhersteller auf Veranstaltungen wie Festivals oder Partys, einen persönlichen Kontakt her. Bei großen Musikfestivals locken sie junge Menschen in abgetrennte Bereiche zum Relaxen – und bewerben dort ihre Produkte. Über Gewinns­piele oder Geschenke erhalten die Hersteller die persönlichen Daten der Besucher.

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Nach dem Festival treten sie mit den Angeworbenen per Mail in Kontakt und bieten Gratisproben, Gewinnspiele und Social-Media-Funktionen an. Über Anwerbung von Freunden wird der Kreis potentieller Neukunden stetig erweitert. Trotz mehr oder weniger strenger Alterskontrollen lasse es sich nicht vermeiden, dass die Konzerne mit diesen Werbestrategien auch Jugendliche erreichen, heißt es in dem Report.

„Die permanente und weit verbreitete Präsenz von Tabakwerbung stilisiert das Rauchen zu einem erstrebenswerten Lifestyle, insbesondere für junge Menschen. Damit wirkt die Tabakwerbung dem aktuellen Trend zum Nichtrauchen entgegen und unterminiert die Bemühungen der Gesundheitspolitik, den Raucheranteil in der Bevölkerung zu senken“, sagte Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ.

Sie erinnert daran, dass Deutschland sich mit der Unterzeichnung und Ratifikation des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums (Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) zu weitreichenden Maßnahmen in der Tabakkontrolle verpflichtet habe. Eine dieser Maßnahmen sei ein umfassendes Tabakwerbeverbot bis 2010. „Somit ist es eine längst überfällige Aufgabe der Bundesregierung, die Werbung für ein gesundheitsgefährdendes Produkt zu verbieten“, fordert das DKFZ.

© hil/aerzteblatt.de

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