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Medizin

HIV: Neue Impfstrategie schützt jeden zweiten Rhesus-Affen

Montag, 6. Juli 2015

wikipedia

Boston – Eine neuartige Impfstrategie, die derzeit auch in klinischen Versuchen gegen Ebola erprobt wird, hat in präklinischen Studien in Science (2015; doi: 10.1126/science.aab3886) die Hälfte aller Makaken vor einer Infektion mit dem Simianen Immundefizienz-Virus (SIV) geschützt, einem Verwandten des HI-Virus. Der Hersteller plant eine erste klinische Studie.

Angesichts der Misserfolge in mehr als drei Jahrzehnten ist in den letzten Jahren die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) zurück­gegangen. Dessen ungeachtet gibt es neue Strategien. Das Team um Dan Barouch vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston untersucht derzeit eine Zweifach-Impfung an Makaken. Die Tiere werden zuerst mit einem Adenovirus infiziert, das mit mehreren Antigenen (Env/Gag/Pol) der Virusvariante SIVsmE543 bestückt ist. Dieses Virus gilt als „neutralisations-resistent“, da es von den meisten Antikörpern nicht erkannt wird. Es erzeugt im Tierversuch zuverlässig eine Infektion.

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Im zweiten Schritt erhielten die Makaken einen Booster, der anders als bei kon­ventionellen Impfstrategien üblich nicht mit dem gleichen Impfstoff erfolgt. Die US-Forscher entschieden sich für die Gabe des ungebunden Hüllproteins Env gp140 von SIVsmE543. Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die Tiere nicht nur ein breites Spektrum von „polyfunktionellen“ Antikörpern bildeten. Die Hälfte der Tiere überstand auch eine Serie von insgesamt sechs intrarektalen Inokulationen, die in einer Vergleichsgruppe zur Infektion aller Tiere führte.

Die Ergebnisse sind so vielversprechend, dass der Hersteller Johnson & Johnson eine Phase 1/ 2a-Studie (HIV-V-A004) an 400 Freiwilligen in den Vereinigten Staaten und in Ruanda plant. Eine ähnliche Prime-Boost-Strategie wird derzeit in Afrika in einer klinischen Feldstudie in Afrika zum Schutz vor Ebola-Infektionen getestet. Die Erstimpfung erfolgt dort mit einem Adenovirus. Der Booster präsentiert die Antigene des Ebola-Virus am Modified-Vaccinia-Ankara-Virus, einem abgeschwächten Pockenvirus, das auch bei Impfungen gegen andere Viren verwendet wird.

Die Ergebnisse der klinischen Studien lassen sich weder bei Ebola noch bei HIV vorhersagen. DAS HI-Virus kann sich den Impfstoffen entziehen, da es sich genetisch rasch verändert und außerdem in Gedächtniszellen und anderen Reservoiren lange dem Angriff des Immunsystems entzieht. © rme/aerzteblatt.de

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