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Medizin

Lebensqualität von Krebspatienten über 80 Jahre beachten

Montag, 6. Juli 2015

Halle – Krebspatienten, die 80 Jahre und älter sind, benötigen in der Therapie zusätzliche Unterstützung, um mit den Folgen der Krankheit umzugehen. Das legt eine Studie der Universitätsklinik Halle nahe. Sie ist in der Zeitschrift Supportive Care in Cancer veröffentlicht worden (doi: 10.1007/s00520-014-2546-z).

„Studien haben gezeigt, dass die Einschätzung der Lebensqualität durch einen Arzt Diskrepanzen zu den Aussagen von Patienten aufwies“, erläutert Dirk Vordermark, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale), an dessen Einrichtung die Studie durchgeführt wurde. Auch würden Therapiemaßnahmen nicht immer die positiven Effekte auf die Lebensqualität der Patienten erzielen, die die Behandler sich erhofften.

Die Arbeitsgruppe befragte Patienten im Alter zwischen 80 und 92 Jahren mit verschiedenen Krebserkrankungen jeweils vor, während und sechs Monate nach der Therapie. Als Vergleich dienten Standarddaten der deutschen Bevölkerung der Altersgruppe 80 plus.

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Die Wissenschaftler setzten dabei einen neuen Fragebogen zur Erfassung der Lebensqualität bei älteren Menschen namens „QLQ-ELD14“ ein. In 14 Fragen wird darin die körperliche Verfassung ebenso erfasst, wie die Sorge um die eigene und um die Zukunft von Menschen, die dem Patienten wichtig sind.

Dabei zeigte sich, dass sechs Monate nach der Behandlung vor allem die Sorge um die Zukunft sowie die Last der Krankheit und die Verschlechterung familiärer Unterstützung die größten Einflussfaktoren auf die Lebensqualität waren. Auch die physische Verfassung und soziale Rollenfunktion haben sich gegenüber dem Zeitraum vor der Behandlung deutlich verschlechtert.

Die Arbeitsgruppe will in einem Folgeprojekt gemeinsam mit dem Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät prüfen, ob eine intensivierte pflegerische Betreuung nach Abschluss der Krebsbehandlung die Lebensqualität der älteren Patienten verbessern kann.

© hil/aerzteblatt.de

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