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Vermischtes

Miniaturpumpe stabilisiert Augeninnendruck

Montag, 6. Juli 2015

Querschnitt des Auges mit Implantat. © Fraunhofer EMFT

München – Ein neues „implantierbares Mikrofluidsystem“ – anders ausgedrückt eine „Miniaturpumpe“ – kann erhöhten oder zu geringen Augendruck dauerhaft stabilisieren. Entwickelt haben das System Wissenschaftler der Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien (EMFT) zusammen mit mehreren mittelständischen Unternehmen.

Während beim Glaukom das Kammerwasser im Auge nicht richtig abfließen kann und der Augeninnendruck dadurch steigt, wird bei der sogenannten Phthise zu wenig Kammerwasser produziert. Das Auge schrumpft in sich zusammen. In beiden Fällen drohen schwere Sehstörungen bis hin zur Erblindung.

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Das Implantat besteht aus einem Mikropumpensystem, einer sensorbasierten Pumpen­steuerung, einem integrierten Akku zur kontaktlosen Energieversorgung sowie einem Telemetriemodul zur Datenübertragung. Es lässt sich direkt auf dem Augapfel auf­bringen. „Damit ersparen wir dem Patienten nicht nur belastende Folgeoperationen, sondern können das Sehvermögen über einen längeren Zeitraum erhalten und im besten Fall ein Erblinden komplett verhindern“, erläutert Christoph Jenke, Projektleiter an der EMFT.

Mit einer Größe von 7x7x1 Kubikmillimeter haben die Münchner Forscher eine winzige Silizium-Mikromembranpumpe mit einer Förderrate von maximal 30 Mikroliter pro Sekunde entwickelt. Je nach Krankheitsbild kann sie das Auge benetzen oder Kammerwasser abpumpen. Die Forscher nutzen dabei die natürlichen Abflusswege im Auge, so dass es zu keinen Vernarbungen kommt. In regelmäßigen Überwachungszyklen kann der behandelnde Arzt nach einer konventionellen Augendruckmessung ambulant die Flüssigkeitsmenge auf den gewünschten Wert einstellen.

Für die klinische Anwendung muss das neue Gerät aber noch zahlreiche Tests bestehen. Trotzdem haben die Entwickler schon Zukunftspläne: Langfristig soll das System mit einem implantierbaren Sensor kombiniert und automatisch geregelt werden.    hil

Foto: https://idw-online.de/de/image263689

© hil/aerzteblatt.de

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