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Falsche Ernährung gefährdet geistige Entwicklung von Kindern

Montag, 6. Juli 2015

Berlin – Vor den langfristigen Folgen einer durch Armut bedingten schlechten Ernährung warnt der Ernährungsmediziner Hans Biesalski. „Leute, denen wenig Geld zur Verfügung steht, ernähren sich qualitativ schlechter, und das hat nicht nur mit dem Bildungsstand zu tun“, sagte der Direktor des Food Security Centers an der Universität Hohenheim bei einem Vortrag in Berlin. Denn Lebensmittel mit reichlich essenziellen Nährstoffen seien deutlich teurer als solche mit viel Fett und Energie.

Kleinkinder in armen Familien treffe dies besonders hat. „Das sogenannte 1000-Tage-Fenster ist der entscheidende Zeitraum – falsche Ernährung in dieser Zeit hat massive Konsequenzen für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder“, warnte der Experte. In der Folge könnten sie schlechtere schulische Leistungen zeigen und auch später im Leben oft noch Probleme haben.

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Biesalski schlägt vor, die Nährwerte auf Lebensmitteln nach dem „Nutrient Density Score“ (NDS) zu kennzeichnen. Er spiegelt das Verhältnis von Nährstoffdichte zur Energiedichte eines Lebensmittels wider. „Diese einfache Zahl ist wesentlich aussagekräftiger als die Prozentangaben des Tagesbedarfs, die momentan auf den Verpackungen zu finden sind“, erklärte er.

Ein besonderes Problem sind laut Biesalski die Hartz-IV-Regelsätze für die Kinderernährung: „Mit 2,47 Euro pro Tag für Kinder bis vier Jahre ist keinesfalls eine gesunde Ernährung möglich“, betonte der Experte. Optionen wären zum Beispiel kostenloses Essen in Kitas und Ganztagsschulen. Auch die Kinderärzte sollten bei den ganz Kleinen genauer auf Mangelerscheinungen achten.

„Gänzlich außerhalb unseres Fokus sind Flüchtlinge und besonders Kinder, die häufig bereits mangelernährt bei uns ankommen“, mahnte der Ernährungsmediziner. „Hier bedarf es einer raschen Analyse des Zustandes und einer ebenso raschen Kompensation der Mangelernährung“, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 15. Juli 2015, 22:42

Großmutters Rezeptbuch

Wenn man mal die alten Rezepte nachkocht und dann die Kosten zusammenrechnet, wird man feststellen, daß man sich durchaus preiswert und gut ernähren kann. Das ist aber auch kein Wunder, da die Rezepte zu Zeiten entstanden sind, als der Lebensstandard der damaligen Mittelschicht durchaus dem heutigen Hartz IV-Standard vergleichbar war.

Allerdings kann man bei den drei Kriterien preiswert, gut und schnell maximal zwei Kriterien erfüllen, wer sich also preiswert und gut ernähren möchte, sollte dafür ausreichend Zeit (ich schätze mal zwei Stunden am Tag) einplanen.

Handlungsbedarf sehe ich deshalb weniger bei den "Vollzeitarbeitslosen" als vielmehr bei den "Aufstockern". Gerade Alleinerziehende Hartz IV Aufstocker dürften erhebliche Probleme damit haben, die zusätzliche Zeit für Planung, Nahrungssuche und Zubereitung zu finden. Hier wäre etwas mehr Unterstützung dringend erforderlich, denn bei "billig und schnell" bleibt das "gut" auf der Strecke.
Avatar #625311
L.A.
am Mittwoch, 8. Juli 2015, 14:54

Mehr Geld - bessere Ernährung ?

Einfach den Armen mehr Geld geben, und schon ernähren diese sich besser ? Nein, ich glaube nicht. Das hat mehr mit Informiertheit und mit Selbstkontrolle zu tun. Wenn ich schon diese 1,5 Liter Plastikbomben Cola-Getränke in den Supermärkten sehe ! Allein wenn man auf zuckerfreie bzw. kalorienarme Getränke umstellen würde, wäre schon viel erreicht. In unserem Land kommt großenteils bestes Trinkwasser aus dem Wasserhahn ! Zu einem Spottpreis pro Liter !
Nein, es liegt nicht in erster Linie am Geld !
LNS

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