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Medizin

Epilepsie und Schwangerschaft: Komplikations- und Streberisiko erhöht

Montag, 6. Juli 2015

Boston – Schwangerschaften von Frauen, die unter einer Epilepsie leiden, verlaufen einer Studie in JAMA Neurology (2015; doi: 10.1001/jamaneurol.2015.1017) zufolge häufiger mit Komplikationen. Auch das Risiko, im Kreisssaal zu sterben, war signifikant erhöht.

Einer von 26 Menschen erkrankt im Verlauf des Lebens an einer Epilepsie. Die Erkrankung ist nach Migräne, Schlaganfall, und Morbus Alzheimer die vierthäufigste neurologische Erkrankung. Schwangerschaften von Frauen mit Epilepsie sind deshalb keineswegs selten. Die Häufigkeit liegt bei 0,2 bis 0,5 Prozent. Die meisten Frauen sind während der Schwangerschaft anfallsfrei, was jedoch nicht ausschließt, dass die Erkrankung einen negativen Einfluss auf Gesundheit und Leben von Mutter und Kind hat.

Sarah MacDonald von der T.H. Chan School of Public Health in Boston und Mitarbeiter haben hierzu die Daten des Nationwide Inpatient Sample untersucht, ein Patienten­register, das ein Fünftel aller Kliniken des Landes erfasst und die Entlassungsdiagnosen speichert. Unter 4,2 Millionen Frauen, die zwischen 2007 und 2011 von den beteiligten Kliniken zur Entbindung aufgenommen wurden, waren 14.151 Frauen mit einer Epilepsie-Diagnose.

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In dieser Gruppe kam es zu 80 mütterlichen Todesfällen auf 100.000 Schwanger­schaften. Bezogen auf die gesamte USA sind dies in absoluten Zahlen „nur“ 56 Frauen, die unter der Geburt sterben. Das Sterberisiko war jedoch mehr als 11 Mal höher als unter den Frauen ohne Epilepsie, wo die Müttersterblichkeit bei 6 auf 100.000 Schwangerschaften liegt (adjustierte Odds Ratio 11.46; 95-Prozent-Konfidenzintervall 8,64-15,19).

Aus dem Nationwide Inpatient Sample lässt sich nicht ablesen, was genau zum Tod der Frauen während oder nach der Entbindung geführt hat. Einen gewissen Hinweis mögen die Entlassungsdiagnosen geben. Frauen mit Epilepsie erkrankten während der Schwangerschaft häufiger an Präeklampsie (adjustierte Odds Ratio OR 1,59; 1,54-1,63) und es kam häufiger zu Frühgeburt (adjustierte OR 1,54; 1,50-1,57) und Totgeburten (adjustierte OR 1,27; 1,17-1,38). Auch die Zahl der Kaiserschnittentbindungen (adjustierte OR, 1,40; 1,38-1,42) war erhöht und mehr als doppelt so viele Frauen mussten länger als sechs Tage in der Klinik verbringen. Nach einem Kaiserschnitt betrug die adjustierte Odds Ratio 2,13 (2,03-2,23), nach einer vaginalen Entbindung lag sie bei 2,60 (2,41-2,80).

Die Editorialistinnen Jacqueline French von der Langone School of Medicine in New York bewerteten die Zahlen als alarmierend und forderten weitere Untersuchungen, die sich auch mit dem Einfluss der Medikamente beschäftigen sollten. Eine Schwangerschaft verändere die Pharmakokinetik vieler Wirkstoffe, was negative Auswirkungen auf Mutter und Kind haben könnte. © rme/aerzteblatt.de

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