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Medizin

Proteinkinasen sind neue Ansatzpunkte für zielgerichtete Tumortherapie

Dienstag, 7. Juli 2015

Köln – Einen neuen therapeutischen Ansatz für die Behandlung von Tumorpatienten haben Wissenschaftler um Christian Reinhardt von der Uniklinik Köln und des Exzellenzclusters CECAD identifiziert. „CECAD“ steht für „Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases“. Die Studie ist Anfang Juli in der Zeitschrift Cell erschienen (doi 10.1016/j.cell.2015.05.053).

Das internationale Wissenschaftlerteam hat mit der Hilfe eines neuen Screening-Verfahrens die Effektivität verschiedener Substanzen und Substanzkombinationen getestet. Die Ergebnisanalyse ergab, dass insbesondere Tumorzellen mit einer Mutation im sogenannten KRAS-Gen eine Abhängigkeit von zwei bestimmten Enzymen – Chk1 und MK2 – zeigen.

Das KRAS-Gen ist eines der am häufigsten mutierten Gene in menschlichen Tumorerkrankungen. So ist KRAS in fast allen Tumoren der Bauchspeicheldrüse, sowie in rund einem Drittel aller Bronchial- und Dickdarmtumoren mutiert.

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Die neuen Daten zeigen, dass KRAS-mutierte Tumorzellen zur fehlerfreien Verdopplung ihrer DNA auf die Funktion der Enzyme MK2 und Chk1 angewiesen sind. Diese Abhängigkeit unterscheidet KRAS-mutierte Tumorzellen von gesundem Gewebe, das weitestgehend ohne die Funktion der Enzyme MK2 und Chk1 auskommt.

An diesem Unterschied zwischen Tumorzellen und normalen Zellen setzt die neue Therapiestrategie an. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass Tumorzellen und Tumore mit KRAS-Mutationen sehr gut auf eine Kombinationstherapie mit Chk1- und MK2-Hemmstoffen ansprachen. Die Kombinationstherapie wurde vom Normalgewebe nebenwirkungsarm toleriert. „Diese Chk1/MK2 Hemmung kann speziell gegen KRAS-mutierte Krebszellen wirken, während normales Gewebe geschont bleibt, da in den gesunden Zellen das KRAS Gen nicht mutiert ist“ beschreibt Felix Dietlein, Erstautor der Publikation, das therapeutische Konzept.

Chk1 und MK2 sind sogenannte Proteinkinasen. Diese Enzyme sind pharmakologisch potentiell hemmbar und bieten daher Optionen für die Entwicklung neuer Therapeutika. © hil/aerzteblatt.de

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