NewsVermischtesNeue Grenzwerte für gesundheits­schädliche Arbeitsstoffe
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Neue Grenzwerte für gesundheits­schädliche Arbeitsstoffe

Dienstag, 7. Juli 2015

Bonn – Eine neue sogenannte MAK- und BAT-Werte-Liste hat die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstellt. Die Liste liefert die Grundlage für die entsprechende Gesetzgebung zum Arbeitsschutz. Gegenüber dem Vorjahr haben die Autoren 85 Änderungen und Neuaufnahmen eingearbeitet.

Seit ihrer Gründung 1955 ist es die Aufgabe der Kommission, Stoffe, denen Menschen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, im Hinblick auf gesundheitliche Belastungen zu bewer­ten und Grenzwerte vorzuschlagen. Dazu ermittelt die Kommission die „Maximalen Arbeitsplatz-Konzentrationen“ (MAK-Werte), bis zu denen nach wissenschaftlichem Kenntnisstand die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird.

Außerdem enthält die Liste Angaben darüber, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das werdende Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder in toxischen Mengen über die Haut aufgenommen werden können. Sie weist außerdem die Konzentration eines Stoffes im Körper aus, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen – das sind die Biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwerte (BAT-Werte).

Anzeige

Insgesamt senkte die Senatskommission in der neuen Liste acht MAK-Werte ab, ließ elf nach einer neuerlichen Überprüfung unverändert, schlug für zehn Stoffe neue MAK-Werte vor und hob den Wert für fünf Stoffe an, was bedeutet, dass eine höhere Konzentration sich als nicht schädlich herausgestellt hat. Zu diesen Stoffen gehören mit Wasserstoff behandelte leichte Erdöl-Destillate, Glycerin und Methacrylsäure, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird.

In der Kategorie der krebserzeugenden Arbeitsstoffe wurde für die Ölsäure der Krebsverdacht ausgeräumt. Ölsäure wird für die Herstellung von Seifen und Metallseifen sowie für die Tensidproduktion oder als Kühlschmierstoff-Komponente genutzt. Als hautsensibilisierend ordnete die Kommission Dicyclohexylmethandiisocyanat ein, das für Harze oder als Lack- und Textilrohstoff verwendet wird. Eine sensibilisierende Wirkung auf die Atemwege zeigte sich bei der wissenschaftlichen Überprüfung der Verdauungsenzyme Trypsin und Chymotrypsin.

Zu allen überprüften Stoffen liegen jeweils ausführliche wissenschaftliche Begründungen vor. Die Vorschläge für Änderungen und Neuaufnahmen stehen bis zum 31. Dezember 2015 zur Diskussion. Bis dahin können Interessierte dem Kommissionssekretariat neue Daten oder wissenschaftliche Kommentare vorlegen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Oktober 2020
Berlin – Kurz vor der Konferenz der EU-Umweltminister hat sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) optimistisch gezeigt, dass das neue EU-Klimaziel für 2030 die Zustimmung aller
Umweltministerin Schulze: Klimaziel für 2030 nicht illusorisch
15. Oktober 2020
Brüssel – Schädliche Chemikalien sollen in Europa aus Alltagsprodukten wie Spielzeug, Kosmetik, Waschmittel oder Textilien verbannt werden. Dies ist Teil der neuen Chemikalienstrategie, die die
Giftige Chemikalien sollen aus dem Alltag verschwinden
14. Oktober 2020
Potsdam – Einer neuen Untersuchung zufolge ist die Menge der CO2-Emissionen um mehr als eine Milliarde Tonnen zurückgegangen. Das ist weit mehr als während der Ölkrise 1979 und der Finanzkrise 2008.
Corona: Lockdowns drückten weltweiten CO2-Ausstoß
12. Oktober 2020
Berlin – Bis zum Jahresende werden die Bundesländer Gebiete ausweisen, in denen eine erhöhte Radonbelastung möglich ist. Das gilt für jene Regionen in Deutschland, in denen Überschreitungen des
Mehr Schutz vor Radonbelastung durch Ausweisung von Vorsorgegebieten
7. Oktober 2020
Brüssel – Das Europaparlament hat das EU-Klimaziel bis 2030 verschärft. Ziel müsse es sein, bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen um 60 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken, entschieden die
EU-Parlament will schärferes Klimaziel bis 2030
5. Oktober 2020
London – Die Kosten des Klimawandels könnten einer aktuellen Prognose zufolge in den kommenden Jahrzehnten eine Billionensumme betragen. Im Jahr 2070 könnten sie weltweit bereits 5,4 Billionen
Kosten des Klimawandels könnten in die Billionen gehen
1. Oktober 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger zur Beteiligung an der Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie aufgerufen. Die Onlinekonsultation dazu wurde heute
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER