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Neue Grenzwerte für gesundheits­schädliche Arbeitsstoffe

Dienstag, 7. Juli 2015

Bonn – Eine neue sogenannte MAK- und BAT-Werte-Liste hat die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstellt. Die Liste liefert die Grundlage für die entsprechende Gesetzgebung zum Arbeitsschutz. Gegenüber dem Vorjahr haben die Autoren 85 Änderungen und Neuaufnahmen eingearbeitet.

Seit ihrer Gründung 1955 ist es die Aufgabe der Kommission, Stoffe, denen Menschen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, im Hinblick auf gesundheitliche Belastungen zu bewer­ten und Grenzwerte vorzuschlagen. Dazu ermittelt die Kommission die „Maximalen Arbeitsplatz-Konzentrationen“ (MAK-Werte), bis zu denen nach wissenschaftlichem Kenntnisstand die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird.

Außerdem enthält die Liste Angaben darüber, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das werdende Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder in toxischen Mengen über die Haut aufgenommen werden können. Sie weist außerdem die Konzentration eines Stoffes im Körper aus, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen – das sind die Biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwerte (BAT-Werte).

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Insgesamt senkte die Senatskommission in der neuen Liste acht MAK-Werte ab, ließ elf nach einer neuerlichen Überprüfung unverändert, schlug für zehn Stoffe neue MAK-Werte vor und hob den Wert für fünf Stoffe an, was bedeutet, dass eine höhere Konzentration sich als nicht schädlich herausgestellt hat. Zu diesen Stoffen gehören mit Wasserstoff behandelte leichte Erdöl-Destillate, Glycerin und Methacrylsäure, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird.

In der Kategorie der krebserzeugenden Arbeitsstoffe wurde für die Ölsäure der Krebsverdacht ausgeräumt. Ölsäure wird für die Herstellung von Seifen und Metallseifen sowie für die Tensidproduktion oder als Kühlschmierstoff-Komponente genutzt. Als hautsensibilisierend ordnete die Kommission Dicyclohexylmethandiisocyanat ein, das für Harze oder als Lack- und Textilrohstoff verwendet wird. Eine sensibilisierende Wirkung auf die Atemwege zeigte sich bei der wissenschaftlichen Überprüfung der Verdauungsenzyme Trypsin und Chymotrypsin.

Zu allen überprüften Stoffen liegen jeweils ausführliche wissenschaftliche Begründungen vor. Die Vorschläge für Änderungen und Neuaufnahmen stehen bis zum 31. Dezember 2015 zur Diskussion. Bis dahin können Interessierte dem Kommissionssekretariat neue Daten oder wissenschaftliche Kommentare vorlegen. © hil/aerzteblatt.de

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