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Medizin

Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt: Studie berechnet Auswirkungen auf die Lebenserwartung

Mittwoch, 8. Juli 2015

dpa

Cambridge – Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt verkürzen das Leben. Besonders groß sind die Auswirkungen, wenn Patienten gleich an zwei oder drei dieser kardio­metabolischen Erkrankungen leiden, wie Berechnungen der Emerging Risk Factors Collaboration im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 314: 52-60) zeigen.

Die Prävalenz von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt in den Industrie­ländern (und nicht nur dort) ständig an. Viele Patienten leiden gleichzeitig unter zwei oder allen drei kardiometabolischen Erkrankungen. Alle drei Erkrankungen erhöhen die Sterblichkeit, wobei sich die Auswirkungen nicht nur addieren, sondern potenzieren, wie die Daten der Emerging Risk Factors Collaboration um John Danesh von der Universität Cambridge zeigen.

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Das Team hat zum einen die Ergebnisse aus 91 Kohortenstudien zusammengetragen, die seit 1960 Daten zu 1,2 Millionen Patienten mit 128.843 Todesfällen gesammelt haben. Zum anderen hat Danesh die bisherigen Ergebnisse der UK Biobank ausge­wertet, die seit 2006 eine Gruppe von etwa einer halben Million Briten begleitet, von denen bisher 7.995 gestorben sind.

Die Ergebnisse lassen sich plakativ so zusammenfassen: Eine der drei Erkrankungen steigert das Sterberisiko um den Faktor 2, bei zwei der drei Erkrankungen ist es um den Faktor 4 und bei allen drei Erkrankungen ist es es sogar um den Faktor 8 erhöht. Die Auswirkungen der kardiometabolischen Multimorbidität auf die Lebenserwartung sind laut Danesh mit denen eines lebenslangen Rauchens (minus 10 Jahre in einer anderen Studie) und einer HIV-Infektion (minus 11 Jahre in einer anderen Studie) vergleichbar.

Ein 60-Jähriger Mann verliere 12 Lebensjahre, wenn er an zwei Erkrankungen und 14 Jahre wenn er an allen drei Erkrankungen leidet, schreibt Danesh. Bei Frauen sind es sogar 13 beziehungsweise 16 Jahre. Wer mit 40 bereits an allen drei Erkrankungen leidet, verliert als Mann sogar 23 und als Frau 20 Jahre des Lebens.

Für die British Heart Association, einer der Sponsoren der Studie, zeigen die Ergebnisse, dass die Bedeutung der Primärprävention der drei Erkrankungen kaum unterschätzt werden kann. Jeder Erwachsene sollte die Risikofaktoren für die Erkrankungen kennen und sie durch einen gesunden Lebensstil mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung meiden, heißt es in einer Stellungnahme.

© rme/aerzteblatt.de

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