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Medizin

Forscher identifizieren neuen Antikörper gegen Dengue-Virus

Mittwoch, 8. Juli 2015

Nashville – Wissenschaftler der Vanderbilt University könnten einen wichtigen humanen Antikörper entdeckt haben, der sich gegen eine Reihe von Proteinen im Dengue-Virus vom Genotyp zwei richtet. In Science beschreiben die Forscher um James Crowe den neuen Antikörper, der sich für die Entwicklung einer Impfung eignen könnte (DOI:10.1126/science.aaa8651).

Das Denguefieber ist eine der häufigsten Tropenerkrankungen und fordert jährlich mehr als 20.000 Tote. Damit ist die Mortalität zwar geringer als bei Malaria, die Krankheitslast ist aber hoch – mit 50 bis 100 Millionen Erkrankten jährlich. Das Denguefieber wird durch Tigermücken übertragen.

Als besonders gefährdet gelten Patienten, die sich nach Infektion mit einem der vier Genotypen erneut mit einem neuen Genotypen anstecken. Bei ihnen kann es zu hämorrhagischen Verlaufsformen kommen. Bisher gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen die Erkrankung. Am weitesten getestet ist gegenwärtig ChimeriVax der Firma Sanofi Pasteuer. Das tetravalente Vakzin erreichte laut einer Phase-IIb Studie Schutzraten von 56 Prozent. Die Bemühungen um effektive Impfstoffe dauern daher an.

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Die Forscher testeten eine Reihe von monoklonalen humanen Antikörpern, die sich gegen den Genotyp zwei des Dengue-Virus richteten. Sie stellten fest, dass ein Antikörper mit der Bezeichnung 2D22 besonders wirksam war. Dieser Antikörper richtete sich gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Epitope des Virus und erwies sich als sehr effektiv.

Die Arbeitsgruppe testete die Wirkung des Antikörpers am Mausmodell. 2D22 konnte die Infektion der Mäuse wirksam verhindern. Der Antikörper neutralisierte zwei Drittel der Zielproteine auf der Virusoberfläche und verhinderte so wahrscheinlich die Fusion der Viren mit den Körperzellen.

Der Antikörper zeigte als besonderen Vorteil keine Kreuzreaktion mit anderen Antikörpern gegen das Dengue-Virus. Diese Kreuzreaktionen sind für die Entwicklung des hämorrhagischen Denguefiebers mitverantwortlich.

Der Antikörper könnte ein interessanter Kandidat für die Entwicklung wirkungsvoller Impfstoffe sein, so die Vermutung der Forscher. Durch die fehlende Kreuzreaktion könnte es zudem möglich sein, dass der Antikörper das Auftreten des hämorrhagischen Denguefiebers verhindert. © hil/aerzteblatt.de

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