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Politik

AOK Bayern fordert politische Initiative gegen hohe Arzneimittelpreise

Freitag, 10. Juli 2015

München – Die AOK Bayern hat den Gesetzgeber aufgefordert, die Preispolitik von Pharmaunternehmen bei patentgeschützten Arzneimitteln zu stoppen. Hauptkritikpunkt der Kasse ist eine Regel im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), nach der Unternehmen ihre Preise für patentgeschützte Arzneimittel im ersten Jahr frei festsetzen können. „Einzelne Unternehmen missbrauchen diese Lücke als Schlupfloch für nicht akzeptable Profite“, kritisiert die AOK Bayern. Wer den Preis für ein neues Medikament extrem hoch ansetze und damit im ersten Jahr sehr hohe Umsätze erwirtschafte, hebele das AMNOG und damit den Willen des Gesetzgebers aus, kritisierte die Kasse. Sie schlägt vor, der verhandelte Erstattungspreis für ein neues Arzneimittel müsse rückwirkend auch für das erste Jahr gelten.

Was die Krankenkassen für überteuerte Arzneimittel zu viel ausgeben müssten, fehle an anderer Stelle. Allein für die Gruppe der neuen Hepatitis-C-Arzneimittel rechnet die AOK Bayern 2015 mit Ausgaben von über 120 Millionen Euro – das entspricht mehr als fünf Prozent der Arzneimittelausgaben. „Die gigantische Umverteilung begrenzter Kassenmittel zugunsten der Pharmaindustrie kann nicht im Interesse der anderen Gesundheitssektoren sein, seien es Ärzte oder Krankenhäuser, Physiotherapeuten oder Rollstuhl-Hersteller. Sie ist auch nicht im Interesse der Versicherten“, hieß es aus der Krankenkasse.

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Auch der Vorstandsvorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, hat die Preisgestaltung der Industrie kritisiert. „Die Kosten für Forschung und Entwicklung, einschließlich klinischer Studien vor der Zulassung, rechtfertigen in den meisten Fällen nicht den Preis für neue Wirkstoffe“, sagte er auf einer Veranstaltung der AOK Baden-Württemberg Anfang Februar in Stuttgart. © hil/aerzteblatt.de

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