NewsPolitikAOK Bayern fordert politische Initiative gegen hohe Arzneimittelpreise
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

AOK Bayern fordert politische Initiative gegen hohe Arzneimittelpreise

Freitag, 10. Juli 2015

München – Die AOK Bayern hat den Gesetzgeber aufgefordert, die Preispolitik von Pharmaunternehmen bei patentgeschützten Arzneimitteln zu stoppen. Hauptkritikpunkt der Kasse ist eine Regel im Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), nach der Unternehmen ihre Preise für patentgeschützte Arzneimittel im ersten Jahr frei festsetzen können. „Einzelne Unternehmen missbrauchen diese Lücke als Schlupfloch für nicht akzeptable Profite“, kritisiert die AOK Bayern. Wer den Preis für ein neues Medikament extrem hoch ansetze und damit im ersten Jahr sehr hohe Umsätze erwirtschafte, hebele das AMNOG und damit den Willen des Gesetzgebers aus, kritisierte die Kasse. Sie schlägt vor, der verhandelte Erstattungspreis für ein neues Arzneimittel müsse rückwirkend auch für das erste Jahr gelten.

Was die Krankenkassen für überteuerte Arzneimittel zu viel ausgeben müssten, fehle an anderer Stelle. Allein für die Gruppe der neuen Hepatitis-C-Arzneimittel rechnet die AOK Bayern 2015 mit Ausgaben von über 120 Millionen Euro – das entspricht mehr als fünf Prozent der Arzneimittelausgaben. „Die gigantische Umverteilung begrenzter Kassenmittel zugunsten der Pharmaindustrie kann nicht im Interesse der anderen Gesundheitssektoren sein, seien es Ärzte oder Krankenhäuser, Physiotherapeuten oder Rollstuhl-Hersteller. Sie ist auch nicht im Interesse der Versicherten“, hieß es aus der Krankenkasse.

Anzeige

Auch der Vorstandsvorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, hat die Preisgestaltung der Industrie kritisiert. „Die Kosten für Forschung und Entwicklung, einschließlich klinischer Studien vor der Zulassung, rechtfertigen in den meisten Fällen nicht den Preis für neue Wirkstoffe“, sagte er auf einer Veranstaltung der AOK Baden-Württemberg Anfang Februar in Stuttgart. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. September 2019
Berlin – Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind im Jahr 2018 zwar relativ moderat um 3,2 Prozent auf gut 41 Milliarden Euro gestiegen. Mit 18,8 Milliarden Euro geht
Arzneimittelexperten kritisieren Hochpreispolitik der Pharmaindustrie
2. September 2019
Berlin – Mehr Transparenz dazu, wieviel die Entwicklung neuer Arzneimittel kostet und welchen Anteil an den Kosten öffentliche Förderungen abdecken, fordert die Linksfraktion im Bundestag. Sie
Linke bemängelt fehlende Kostentransparenz in der Arzneimittelforschung
1. August 2019
Berlin – Nur jedes fünfte Rabattarzneimittel ist ganz oder teilweise von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Vor einem Jahr war noch jedes vierte Rabattarzneimittel zuzahlungsfrei. Das berichtet die
Zahl der zuzahlungsbefreiten Rabattarzneimittel rückläufig
1. Juli 2019
Berlin – Der Sozialrechtler Stefan Huster von der Universität Bochum (RUB) wird von Juli 2019 bis Juni 2023 an der Spitze der AMNOG-Schiedsstelle stehen. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband und
Huster löst Wasem an Spitze der AMNOG-Schiedsstelle ab
26. Juni 2019
Berlin – Ob die einheitlichen Abgabepreise für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland künftig auch wieder für ausländische Versandapotheken gelten, wird in Europa entschieden. Das sagte
Apotheker bangen um einheitliche Preise für rezeptpflichtige Arzneimittel
24. Juni 2019
Berlin – Eins von vier rezeptfreien Arzneimitteln ist Stiftung Warentest zufolge nicht empfehlenswert. Darunter sind auch bekannte Mittel und viele Kombipräparate mit mehreren Inhaltsstoffen. „Nur
Stiftung Warentest bewertet viele rezeptfreie Medikamente als nicht empfehlenswert
19. Juni 2019
Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) spart jedes Jahr rund 8,2 Milliarden Euro durch Arzneimittelfestbeträge. Das hat der GKV-Spitzenverband heute anlässlich des 30-jährigen Bestehens
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER