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Medizin

NSAID: FDA verschärft Warnhinweise

Freitag, 10. Juli 2015

dpa

Silver Springs – Die US-Arzneimittelbehörde FDA will die Warnhinweise zu den kardiovaskulären Risiken von nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) verschärfen. Aus der Vermutung „may cause“ ist eine Tatsachenbehauptung “cause an increased risk” geworden, wobei keine Abstufungen unter den einzelnen Substanzen vorgenommen werden.

Die FDA hat sich Zeit gelassen für ihre Beurteilung. Die Gutachtertagung zu dieser Frage fand bereits im Februar 2014 statt und die Meta-Analyse, auf die sich die FDA bezieht, wurde bereits vor zwei Jahren im Lancet (2013; 382: 769-779) veröffentlicht. Beide Dokumente haben eine Vermutung bestätigt, die zuerst 2005 gegenüber Vioxx (Rofecoxib) geäußert wurde. Anlass waren damals die Ergebnisse einer Studie, in der Rofecoxib die Zahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verdoppelt hatte. Das Medikament wurde damals vom Markt genommen. Spätere Studien zeigten, dass auch andere NSAID das Risiko erhöhen – mit der Ausnahme von ASS, das weiterhin zur Sekundärprävention nach Herzinfarkten eingesetzt wird.

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Die FDA hält es jetzt durch eine große Anzahl von Studien für erwiesen, dass die Einnahme von NSAID das Risiko von schweren kardiovaskulären thrombotischen Ereignissen erhöht, wobei im wesentlichen Herzinfarkt und Schlaganfall gemeint sind. Nach Schätzungen steigt das Risiko – je nach Dosis und Wirkstoff – um 10 bis 50 Prozent, schreibt die FDA.

Einige Studien hatten gezeigt, dass einige Wirkstoffe wie Naproxen das Risiko kaum erhöhen, während es bei Coxiben, aber auch Diclofenac und Ibuprofen deutlich stärker ansteigt. Die Ergebnisse dieser Studie weisen aus Sicht der FDA jedoch erhebliche Einschränkungen auf, so dass die Behörde in dieser Frage keine Stellung bezieht und alle NSAID gleich beurteilt.

Die FDA geht davon aus, dass das relative Risiko bei Menschen mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen in gleichem Maß ansteigt. Aufgrund des höheren Grundrisikos könnte die Gefährdung für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen jedoch in absoluten Zahlen höher sein. Das Risiko steigt nach Einschätzung der FDA bereits in den ersten Wochen der Behandlung und es könnte mit der Dauer der Therapie zunehmen.

Die FDA wird die Hersteller auffordern, auch die Anwender von OTC-Medikamenten stärker als bisher auf das Risiko hinzuweisen. Die Ärzte werden aufgefordert, ihre Patienten mit einer möglichst niedrigen Dosis zu behandeln.

Eine weitere Bewertung könnte im nächsten Jahr erfolgen, wenn die Ergebnisse der „Celecoxib Integrated Safety versus Ibuprofen or Naproxen“ oder PRECISION-Studie vorliegen. Der Hersteller Pfizer lässt hier in einer Phase 4-Studie an 24.200 Patienten sein Präparat mit dem Wirkstoff Celecoxib mit den NSAID Ibuprofen und Naproxen vergleichen. Die Studie soll im März 2016 abgeschlossen sein. © rme/aerzteblatt.de

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