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Grenzüber­schreitende Gesundheits­versorgung: Nur bei kleiner Minderheit der EU-Bürger beliebt

Montag, 13. Juli 2015

dpa

Köln – Lediglich fünf Prozent der EU-Bürger haben sich im vergangenen Jahr in einem anderen Mitgliedstaat medizinisch behandeln lassen. In der Mehrzahl der Fälle war die Behandlung nicht geplant. Nur zwei Prozent der Patienten hatten sich bewusst für eine Auslandsbehandlung entschieden. Das geht aus einer Befragung von rund 28 000 EU-Bürgern im Auftrag der Europäischen Kommission hervor, dem Eurobarometer. Sie wurde im Oktober 2014 durchgeführt, die Ergebnisse wurden kürzlich veröffentlicht.

Eine vergleichbare Umfrage im Jahr 2007 kam zu ähnlichen Resultaten. Damals hatten sich vier Prozent der Europäer im EU-Ausland medizinisch behandeln lassen. Die stabilen Zahlen lassen nach Ansicht der Autoren darauf schließen, dass die grenzüber­schreitende Gesundheitsversorgung nach wie vor nur von einer kleinen Minderheit von EU-Bürgern in Anspruch genommen wird. Von denjenigen, die sich 2014 im euro­päischen Ausland behandeln ließen, hatte die Mehrheit (69 Prozent) keine Schwierig­keiten, die Kosten von der eigenen Kran­ken­ver­siche­rung erstattet zu bekommen.

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Bei der Frage nach der generellen Bereitschaft, sich im Ausland behandeln zu lassen, gingen die Meinungen auseinander: 49 Prozent sagten ja, 46 Prozent nein. 71 Prozent der Befragten würden sich im Ausland behandeln lassen, wenn die Behandlung zu Hause nicht verfügbar wäre, 53 Prozent würden es tun, wenn die Qualität der Behandlung im Ausland besser wäre, sie schneller einen Termin bekämen (34 Prozent) oder die Behandlung kostengünstiger wäre (23 Prozent). Ganz oben auf der Liste von Erkrankungen, für deren Behandlung die Bürger ins Ausland gehen würden, stehen Krebs (53 Prozent), gefolgt von Herzoperationen (38 Prozent) und Zahnbehandlungen (28 Prozent).

Als Hauptgrund, sich nicht im Ausland behandeln zu lassen, gaben 55 Prozent der Befragten an, sie seien mit der medizinischen Versorgung im eigenen Land zufrieden. 49 Prozent empfanden es als komfortabler, sich wohnortnah behandeln zu lassen. Sprach­liche Hürden spielten für 27 Prozent eine Rolle.

Über ihre Rechte mit Blick auf die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zeigten sich die EU-Bürger nur teilweise informiert. Zwar wussten 57 Prozent, dass sie das Recht haben, sich im EU-Ausland behandeln zu lassen und die Kosten dafür erstattet zu bekommen. Lediglich 29 Prozent der Befragten waren aber darüber informiert, dass sie ein Rezept, das im eigenen Land ausgestellt wurde, auch im europäischen Ausland einlösen können.

Insgesamt glaubten 63 Prozent der Befragten, dass sie für eine Auslandsbehandlung eine Genehmigung ihrer Kran­ken­ver­siche­rung benötigen. Die Regelungen zum Genehmigungsvorbehalt bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung seien äußerst komplex, kommentieren die Autoren des Eurobarometers dieses Ergebnis. Sie variierten nicht nur von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat, sondern seien auch von der jeweiligen Behandlung abhängig.

Mit der Befragung wollte die EU-Kommission herausfinden, wie sich die Patientenrichtlinie ausgewirkt hat, die im Oktober 2013 in Kraft trat und klare Regeln für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung schaffen sollte. © HK/aerzteblatt.de

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