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Politik

CDU-Politiker Philipp Mißfelder an Lungenembolie gestorben

Montag, 13. Juli 2015

Philipp Mißfelder /dpa

Berlin – Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Philipp Mißfelder, ist tot. Nach Angaben aus dem Bundesvorstand der CDU starb der 35-Jährige in der vergangenen Nacht an einer Lungenembolie. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Politiker aller Parteien reagierten bestürzt auf den Tod Mißfelders.

„Der Deutsche Bundestag verliert mit ihm einen engagierten und erfahrenen Parlamen­tarier, unser Land einen echten Vollblut-Politiker, der für seine Überzeugungen, eine wertebezogene Politik, auch gegen Widerstände eintrat“, erklärte Bundestagspräsident Norbert Lammert. Er habe keine Scheu gehabt, Verantwortung zu übernehmen, und ihm sei es früher als vielen anderen gelungen, in der Politik Einfluss zu nehmen. „Nun ist Philipp Mißfelder viel zu früh gestorben“, so Lammert.

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Laut der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin haben Thrombosen und der damit einhergehenden Komplikation, der Lungenembolie, in den letzten Jahren zugenommen. An einer venösen Thromboembolie erkranken der Fachgesellschaft zufolge jedes Jahr etwa 1,5 pro 1.000 Einwohner. In Deutschland sterben Hochrechnungen zufolge bis zu 100.000 Menschen an einem Gefäßverschluss aufgrund von thrombotischen Erkrankungen. Europaweit seien es über 500.000 Menschen.

„Herzrasen, Atemnot und Brustschmerz deuten auf eine mögliche Lungenembolie hin. Bei derartigen Beschwerden sollte sofort ein Arzt aufgesucht oder ein Rettungswagen gerufen werden“, sagte Rupert Bauersachs, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin – Angiologie am Klinikum Darmstadt und wissenschaftlicher Leiter des Aktionsbündnis Thrombose.

Mißfelder wurde 1979 in Gelsenkirchen geboren. 1993 trat er in die Junge Union ein, die er ab 2002 über zwölf Jahre leitete. Danach wurde der Außenpolitiker Amerika­beauftragter der Bundesregierung.

Ein Satz, den der oft Streitbare vor mehr als einem Jahrzehnt gesagt hat, hat den hochgewachsenen Mann aus Nordrhein-Westfalen begleitet bis zum Schluss: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidarge­meinschaft bekommen“, hatte Mißfelder 2003 gesagt. Früher seien die Leute ja auch auf Krücken gelaufen. Gedacht war das als Beitrag zur finanziellen Basis des deutschen Gesundheitssystems.

Viele Jahre später gab ihm dafür sogar die Bundeskanzlerin einen mit. Den scheidenden JU-Chef erinnerte sie im September 2014 daran, dass sein Start „unglücklich“ gewesen sei. Danach habe er das mit dem Zusammenhalt der Generationen aber verstanden. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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