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Medizin

Adipositas: Metformin ohne Einfluss auf Geburtsgewicht

Dienstag, 14. Juli 2015

Edinburgh – Eine Therapie mit dem Diabetesmedikament Metformin kann bei adipösen Schwangeren nicht die Geburt eines Kindes mit einem hohen Geburtsgewicht verhin­dern. Zu diesem Ergebnis kommt eine ambitionierte randomisierte klinische Studie in Lancet Diabetes and Endocrinology (2015; doi: 10.1016/S2213-8587(15)00219-3)

Eine Adipositas von Schwangeren erhöht nicht nur das Risiko auf Schwangerschafts­komplikationen wie Präeklampsie, Totgeburt oder Frühgeburt. Epidemiologische Studien deuten auch darauf hin, dass die Kinder von adipösen Müttern später häufig selbst adipös sind und unter den Folgekrankheiten leiden. Als Wirkungsmechanismus wird eine Insulinresistenz und eine Hyperglykämie während der Schwangerschaft diskutiert.

Da Metformin, das orale Antidiabetikum der ersten Wahl, auch während der Schwanger­schaft sicher ist, lässt der British Research Council in einer Studie derzeit klären, ob eine Behandlung mit Metformin bei adipösen Frauen Schwangerschaftskomplikationen verhindern und eine Makrosomie der Neugeborenen vermeiden kann.

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An der „Effect of metformin on maternal and fetal outcomes in obese pregnant women“ oder EMPOWaR-Studie nahmen an 15 Zentren 449 Frauen teil, die in der 12. Bis 16. Schwangerschaftswoche einen mittleren Body Mass Index von 37 kg/m2 hatten und damit eindeutig als adipös einzustufen waren. Die Teilnehmerinnen hatten keine erhöhten Nüchternblutzuckerwerte und auch der orale Glukosetoleranztest war nicht auffällig. In der randomisierten Doppelblindstudie nahmen sie ab der 12. Bis 16. Woche bis zur Entbindung entweder Metformin oder Placebo ein. Die Anfangsdosis von Metformin betrug 500 mg/die. Sie wurde im Wochenabstand um weitere 500 mg erhöht bis zu einer Maximaldosis von 2500 mg, soweit dies toleriert wurde. Primärer Endpunkt war das Geburtsgewicht.

Anders als erwartet, hatte Metformin keinen Einfluss auf das Geburtsgewicht. Wie das Team um Jane Norman von der Universität von Edinburgh berichtet, wogen die Neugeborenen in beiden Armen im Durchschnitt etwa 3.460 Gramm, was in etwa dem durchschnittlichen Geburtsgewicht der Kinder von nicht-adipösen Frauen entspricht. Metformin hat auch keinen Einfluss auf die Schwangerschaftskomplikationen, die Rate einer Schwangerschaftshypertonie (10 versus 6 Prozent) oder eine Präeklampsie (3 versus 1 Prozent) war im Metformin-Arm sogar tendenziell höher. Nur die Rate eines Gestationsdiabetes (18 versus 24 Prozent) war niedriger und es wurden seltener Kaiserschnitte (30 versus 34 Prozent) durchgeführt. Die Unterschiede waren jedoch nicht signifikant und Metformin leistete hier keinen Beitrag zur Normalisierung.

Norman bezweifelt aufgrund der Ergebnisse sogar die von Dänischen Internisten 1952 aufgestellte Hypothese, wonach die Hyperglykämie die Ursache für die häufige Makro­somie der Neugeborenen von diabetischen Müttern ist. Da die Teilnehmerinnen der Studie jedoch keine diabetische Stoffwechsellage hatten, erscheinen diese Zweifel allerdings voreilig. Ebenso voreilig dürfte die Befürchtung sein, dass eine Adipositas in der Schwangerschaft regelmäßig zum Gestationsdiabetes führt. Die Forscher wollen die Kinder weiter beobachten, um herauszufinden, ob sie im späteren Leben Nachteile durch die Adipositas ihrer Mütter während der Schwangerschaft haben. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #110206
kairoprax
am Dienstag, 14. Juli 2015, 20:55

sorry, ich habe zu früh abgeschickt!!

... bei den übergewichtigen Neugeborenen ist das entscheidende Kriterium der Percentilensprung. Ist ein Kind von Beginn der Schwangerschaft bis zur Geburt über- oder untergewichtig, bleibt aber auf seiner Percentile, ist beides ein gutes Zeichen. Sowohl das rasche Abmagern wie die rasche Gewichtszunahme sind dagegen sicher bedenklich.
Liege ich mit den drei Feststellungen allein, oder bekomme ich Zustimmung?
In jedem Fall halkte ich die Aussage des Titels, Metformin habe keinen Einfluß auf das Geburtsgewicht für vage bis falsch.
Avatar #110206
kairoprax
am Dienstag, 14. Juli 2015, 20:51

Kein Einfluß heißt nicht kein Ergebnis!


Hier gehen sehr viele Dinge durcheinander.
Zum einen ist es die Frage der Betreuung diabetischer Frauen während der Schwangerschaft.
Zum andern ist es die Frage der übergewichtigen Neugeborenen.
Weiterhin betrifft es den Schwangerschaftsdiabetes.
Der Schwangerschaftsdiabetes tritt auch bei Nicht-Diabetikerinnen in einem nicht genau bekannten Prozentsatz auf und verschwindet in aller Regel schon in der ersten Woche nach der Geburt. Da er ein nsulinmangeleffekt ist, liegt hier wohl ein zeitlich begrenzter Typ I-Diabetes vor, dem man mit gutem Ergebnis mit der Gabe von Insulinen ab dem letzten Trimenon begegnen kann.
Die Metformingabe bei Diabetikerinnen während der Schwangerschaft schadet dem Kind ganz offensichtlich nicht, ganz im Gegensatz zu anderen oralen Antidiabetika wie Glibenclamid, bei dem dem Neugeborenen eine Hypoglykämie drohen kann. Auch hier muß man allerdings überlegen,ob ein Wechse auf Insuline im letzten Trimenon nichtz soinnvoll ist - sicher eine Einzelfallentscheidung.
Und schliepßlich die übergewichtigen Neugeborenen. Bei denen gibt es da
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