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Ärzteschaft

Auch vor Europareisen Impfschutz der Kinder überprüfen

Dienstag, 14. Juli 2015

dpa

Köln – Eltern sollten vor jeder Auslandsreise den Impfpass ihrer Kinder kontrollieren und Impflücken schließen lassen. Das rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Anlass für den Aufruf ist der Tod eines sechsjährigen Jungen in Spanien an der Diphtherie. „Die Eltern des Kindes hatten eine Diphtherie-Impfung im Kleinkindalter abgelehnt, da sie Nebenwirkungen befürchtet hatten“, erläuterte Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes.

Neun Kinder und ein Erwachsener haben sich in Katalonien bei dem Jungen angesteckt. Aber die Erkrankung brach bei ihnen nicht aus, da allesamt geimpft waren. „Wie wichtig die Standardimpfungen sind, die die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt, zeigen immer wieder auftretende einzelne Krankheitsausbrüche von impfpräventablen Krankheiten selbst in Europa“, betonte Hartmann.

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Laut dem European Centre of Disease Prevention and Control (ECDC) haben in Europa Diphtheriefälle wieder zugenommen – von zehn Fällen 2009 auf 31 Fälle im Jahr 2013 in den berichtenden Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Litauen, Lettland, Niederlande, Norwegen, Schweden, Großbritannien. Auch in Deutschland treten vereinzelt immer wieder Erkrankungsfälle und Todesfälle auf. „Kontrollen des Impfstatus zu bestimmten Zeitpunkten im Leben eines Kindes, wie zum Beispiel vor dem Eintritt in den Kindergarten und vor der Schullaufbahn, könnten helfen, Lücken frühzeitig zu schließen“, empfiehlt Hartmann.

Der BVKJ weist daraufhin, dass Kinder gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae (HiB), Hepatitis B, Poliomyelitis, Pneumokokken und Meningokokken geimpft sein sollten. Je nach Reiseziel können neben den Standardimpfungen auch andere Schutzmaßnahmen sinnvoll sein, zum Beispiel gegen FSME, Hepatitis A, Typhus sowie zusätzlich zur Meningokokken-C-Impfung Impfungen gegen bestimmte Meningokokken-Serogruppen. Ein Influenza-Impfschutz empfehle sich eventuell für Reisen in Regionen der Südhalbkugel.

© hil/aerzteblatt.de

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