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Politik

TK übernimmt Kosten für Rechtsgutachten bei Schadens­ersatzforderungen

Mittwoch, 15. Juli 2015

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) bezahlt ihren Versicherten künftig medizinische und juristische Gutachten, wenn diese unter gesundheitlichen Problemen wegen eines Medizinprodukts leiden oder eine falsche Behandlung durch einen Arzt oder ein Krankenhaus vermuten.

„Viele Menschen wissen überhaupt nicht, wo sie professionelle Hilfe bekommen können oder aber sie scheuen die häufig hohen Kosten. Diese Lücke wollen wir mit dem neuen Angebot schließen“, sagte der TK-Medizinrechtsexperte Christian Soltau.

Laut der Statistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern für das Jahr 2014 liegt die Zahl der festgestellten Fehler im Promillebereich – trotz stetig zunehmenden ambulanten und stationären Behandlungsfällen.

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Zunächst erfasst und prüft die TK die Beschwerden der Patienten. Anschließend untersucht eine auf Medizinproduktschäden spezialisierte Großkanzlei die Fälle. Zusammen mit Medizingutachtern erstellt die Kanzlei ein schriftliches Gutachten, das der Versicherte auch bei eventuellen Gerichtsverfahren verwenden kann. Kanzlei und Gutachter prüfen laut der TK, ob die Beschwerden auf Material-, Konstruktions-, Herstellungs- oder Behandlungs- und Pflegefehler zurückgehen. Je nach Ergebnis des Gutachtens planen die Medizinrechtsexperten der TK dann gemeinsam mit dem Versicherten das weitere Vorgehen.

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern fällten 2014 7.751 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern. In 2.252 Fällen lag ein Behandlungsfehler vor. „Entscheidend ist, dass Fehler nicht unter den Tisch gekehrt werden und man aus ihnen lernt“, betonte Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik Mitte Juni in Berlin. © hil/aerzteblatt.de

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