NewsPolitikAngehende Ärzte besser auf das Gespräch mit Patienten vorbereiten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Angehende Ärzte besser auf das Gespräch mit Patienten vorbereiten

Donnerstag, 16. Juli 2015

dpa

Heidelberg – Angehende Ärzte sollen im Studium besser auf das Gespräch mit Patienten vorbereitet werden. In den vergangenen drei Jahren haben mehr als 500 Vertreter aller 36 deutsche Medizinischen Fakultäten gemeinsam mit medizinischen Fachgesellschaften einen dafür einen Kommunikations-Lehrplan für Medizinstudierende erarbeitet, der vom ersten Semester an ein ausführliches Gesprächstraining vorsieht.

Das Abschlusstreffen des Projekts „Nationales longitudinales Mustercurriculum Kommu­nikation in der Medizin“ fand diese Woche in Heidelberg statt. „Das Konzept steht. Nun folgt die nächste Mammutaufgabe: die Einbindung in die bestehenden Curricula. Das soll bis 2017 abgeschlossen sein“, sagte die Projektleiterin Jana Jünger, Oberärztin am Universitätsklinikum Heidelberg. Nach Möglichkeit sollten sich daran alle medizinischen Disziplinen mit Fallbeispiele beteiligen. „Dazu werden deutlich mehr speziell geschulte Tutoren und Dozenten benötigt als bisher zur Verfügung stehen“, machte Jünger klar.

Anzeige

Professionelle ärztliche Kommunikation: Die Wunde identifizieren

Arztgespräche gehören zum medizinischen Alltag. Doch sie sind deshalb noch lange nicht immer gut. Kleinigkeiten können über den Verlauf entscheiden. Ein Arzt muss einem Vater erklären, dass sein Sohn einen Tumor hat.

Schätzungsweise mehr als 200.000 Gespräche führt ein Arzt im Laufe seines Berufs­lebens mit Patienten. Studien haben gezeigt: Vom Verlauf dieser Gespräche hängt viel ab. Hat der Patient das Gefühl, der Arzt hört ihm zu, geht auf seine Sorgen ein und informiert ihn umfassend und verständlich, ist er eher bereit, dem Arzt zu vertrauen und die Therapieempfehlungen einzuhalten.

2012 wurde die Arzt-Patienten-Kommunikation in der ärztlichen Approbationsordnung berücksichtigt und ist seitdem offiziell Gegenstand der Lehre und der abschließenden Staatsprüfung. Im Juni 2015 hat der Medizinische Fakultätentag einen nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) verabschiedet, in dem explizit Lernziele für die ärztliche Gesprächsführung formuliert sind.

Kommunikation von Ärzten: Renaissance eines Nischenthemas

Gerade weil die Kommunikation zwischen Arzt und Patient sowie zwischen den Gesundheitsberufen Alltag ist, muss diese Wertschätzung erfahren. Kommunikationstrainings sollten in der Aus-, Weiter- und Fortbildung vermehrt verankert werden.

Die Projektgruppe um Jünger kann dazu nun das Mustercurriculum Kommunikation in der Medizin präsentieren, das sich an dem NKLM orientiert. Es soll die medizinischen Fakultäten darin unterstützen, die kommunikativen Lernziele in ihre Lehrpläne und Prüfungen zu integrieren. Dafür hat die Arbeitsgruppe die besten Übungen und Trainingsmöglichkeiten aller Standorte gesammelt und stellt diese nun auf einer Online-Plattform zusammen. Bislang liegen 130 solcher Best-Practice-Beispiele aus 29 Fakultäten vor. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat das Projekt über drei Jahre gefördert.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #115797
EgoMan
am Donnerstag, 16. Juli 2015, 22:18

Angehende Ärzte besser auf das Gespräch mit Patienten vorbereiten

Diesen Spruch (siehe Überschnrift) höre ich schon seit mindestens 50 Jahren. Was hat sich bisher getan. Anscheinend ja nichts oder zumindest viel zu wenig!
Wer es aufgrund seiner eigenen Erziehung/Persönlkichkeit oder durch Eigeninitiative (Teilnahme an entsprechenden Kursen) nicht gelernt hat, hat eben Pech gehabt; bzw. seine / ihre Patienten.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2019
Bochum – Medizinstudierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sollen künftig psychiatrische Untersuchungsgespräche mit sogenannten Avataren üben. Sie erhalten dazu eine Virtual-Reality-Brille und
Medizinstudierende üben psychiatrische Patientengespräche mit Avataren
21. August 2019
Dresden – Das Herzzentrum des Universitätsklinikums Dresden hat ein Pilotprojekt gestartet, um Patienten besser zu informieren. Im Rahmen des Projektes übergibt die Einrichtung ihren Patienten ab
Patienten des Herzzentrums Dresden erhalten leicht verständliche Entlassbriefe
16. August 2019
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat heute das berufsgruppenübergreifende Fortbildungskonzept „InterKultKom“ vorgestellt. Es soll die transkulturelle Kompetenz von Ärzten,
Fortbildungskonzept will interkulturelle Kompetenzen vermitteln
15. August 2019
Hamburg – Unter Federführung von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde in Hamburg die internationale Fachgesellschaft „International Shared Decision Making“ (ISDM)
Internationale Fachgesellschaft zur patientenzentrierten Medizin gegründet
1. August 2019
Köln – Kinder mit chronischen Erkrankungen fällt es in den Ferien durch die Unterbrechung des Alltags häufig schwer, ihre Medikation regelmäßig einzunehmen. Sie benötigen daher eine besondere
Therapietreue: Chronisch kranke Kinder benötigen in Ferienzeit Hilfestellung
10. Juli 2019
London – Menschen in Großbritannien können sich ab sofort mit medizinischen Fragen an den Sprachassistenten des Internetkonzerns Amazon wenden. Um Ärzte und Gesundheitspersonal zu entlasten, arbeitet
Britischer Nationaler Gesundheitsdienst kooperiert mit Amazons Sprachassistent
9. Juli 2019
Berlin – Um das Wissen über Impfungen ist es bei den Deutschen nicht gut bestellt. Das zeigte eine aktuelle Umfrage der Barmer. Nur jeder zweite Bundesbürger sieht sich demnach als ausreichend geimpft
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER