NewsMedizinBritish Medical Association fordert staatliche Maßnahmen gegen Übergewicht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

British Medical Association fordert staatliche Maßnahmen gegen Übergewicht

Donnerstag, 16. Juli 2015

dpa

London/Berlin – Staatliche Maßnahmen im Kampf gegen Übergewicht und damit einhergehende Krankheiten fordert die britische Ärztegesellschaft (British Medical Association, BMA). Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) begrüßt dies nachdrücklich.

Die BMA hat nach eigenen Angaben 145.000 Mitglieder und ist Herausgeber des British Medical Journal. In ihrem aktuellen Gesundheitsbericht fordert sie unter anderem eine zwanzigprozentige Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke. Gleichzeitig sollten gesunde Produkte wie Obst und Gemüse vergünstigt werden. Zudem sei ein Verbot von Lebens­mittel­werbung notwendig, die sich an Kinder richtet. „Wir sehen darin eine weitere gewichtige Stimme derer, die sich für eine längst überfällige Verhältnisprävention stark machen“, erklärte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG.

Ungesunde Ernährung verursacht in Großbritannien jährlich 70.000 vorzeitige Todesfälle und belastet das Gesundheitssystem jedes Jahr mit Kosten von sechs Milliarden Pfund, heißt es in dem BMA-Bericht. Die Kosten für die Folgen von Übergewicht überstiegen damit die Ausgaben für die Bekämpfung von Alkoholmissbrauch, Rauchen oder körperlicher Inaktivität.

Das Übergewicht betreffe insbesondere Kinder und Jugendliche, schreibt Sheila the Baroness Hollins im Vorwort zum BMA-Bericht. Um gegenzusteuern, empfehlen die Autoren ein Bündel an Maßnahmen. Besonders wirkungsvoll sei eine Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke. Darüber hinaus raten die Autoren zu einem Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder und Jugendliche richtet. Eine transparente und verständliche Lebensmittelkennzeichnung sei ebenfalls erforderlich – entweder über eine Ampel-System oder eindeutige Beschreibungen wie „niedrig”, „mittel” und „hoch”.

„Wir setzen uns seit Längerem für genau diese Maßnahmen ein und begrüßen die Vorschläge der BMA daher uneingeschränkt“, betont Garlichs. Entscheidend sei zudem frühe Prävention in Kindergarten und Schule. „Wichtig wären jeden Tag eine Stunde Sport, verbindliche Qualitätsstandards beim Schulessen und kostenlose Wasserspender, um den Konsum zuckerhaltiger Softdrinks zu verringern“, so Garlichs. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13. Juni 2018
Leipzig – Im Kampf gegen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes bündeln künftig Forscher in Leipzig ihre Kompetenzen. Mit der Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung startete heute das
Kampf gegen Fettleibigkeit: Helmholtz-Institut in Leipzig gegründet
11. Juni 2018
Schwerin – Nahezu jedes siebte Vorschulkind in Mecklenburg-Vorpommern ist zu dick. Bei den Schuleingangsuntersuchungen im Schuljahr 2016/17 stellten die Ärzte bei 13,5 Prozent der Kinder Übergewicht
Jedes siebte Vorschulkind in Mecklenburg-Vorpommern übergewichtig
27. Mai 2018
London – Viele Patienten, die mit Antidepressiva behandelt werden, nehmen vor allem im zweiten und dritten Behandlungsjahr deutlich an Gewicht zu, wie die Ergebnisse einer Kohortenstudie im Britischen
Antidepressiva führen zur Gewichtszunahme
25. Mai 2018
Regensburg/München – Genetische Effekte, die den Body-Mass-Index (BMI) sowie das Taille-Hüft-Verhältnis erhöhen, steigern auch das Risiko für kardiometabolische Erkrankungen. Im Gegensatz dazu zeigte
Hüftfett kann im Gegensatz zum Bauchfett positiven Effekt haben
23. Mai 2018
Bristol – Übergewichtig oder adipös zu sein, ist auch mit einem erhöhten Risiko für Tabakmissbrauch verbunden. Das berichten Wissenschaftler der Bristol Medical School und der International Agency for
Menschen mit hohem Body-Mass-Index rauchen häufiger und mehr
23. Mai 2018
Kassel – Übergewicht könnte künftig Tabakmissbrauch als Hauptrisikofaktor für Tumorerkrankungen ablösen. Das berichten Ernährungsmediziner und Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für
Übergewicht könnte Hauptrisikofaktor für Tumorerkrankungen werden
6. April 2018
Kopenhagen – Übergewichtige oder adipöse Kinder erkranken im späteren Leben häufiger an einem Typ-2-Diabetes. Die Gefahr lässt sich nach den Ergebnissen einer epidemiologischen Studie im New England

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER