NewsAuslandStraßburg weist Klagen gegen Verbot der Suizidbeihilfe ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Straßburg weist Klagen gegen Verbot der Suizidbeihilfe ab

Donnerstag, 16. Juli 2015

Straßburg – In Großbritannien bleiben Suizidbeihilfe und Tötung auf Verlangen verboten. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof wies am Donnerstag in Straßburg zwei Klagen gegen die britischen Gesetze als unzulässig zurück. Damit scheiterten die beiden Briten Jane Nicklinson und Paul Lamb mit dem Versuch, Beihilfe zum Suizid unter Verweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention einzuklagen.

Lamb ist nach einem Autounfall vor 24 Jahren querschnittsgelähmt und will seinem Leben ein Ende setzen. Er ist dazu aber auf Hilfe angewiesen. Die Straßburger Richter wiesen seine Klage ab, weil er nicht zuerst, wie von den Statuten des Menschen­rechtsgerichtshofs gefordert, alle Rechtsmittel in Großbritannien ausgeschöpft habe.

Die zweite Klage betrifft den Fall von Tony Nicklinson, der unter dem Locked-In-Syndrom, also einer vollständigen Lähmung, litt und in Großbritannien vergeblich auf Beihilfe zum Suizid geklagt hatte. Er starb 2012 eines natürlichen Todes. Seitdem verfolgte seine Witwe die Klage weiter. Auch sie scheiterte nun aber in Straßburg. Der Menschen­rechtsgerichtshof betonte, die britischen Gerichte bis zum Supreme Court hätten die Klage umfassend behandelt. Zudem habe sich das britische Parlament wiederholt mit der Frage befasst, ob das seit

Anzeige

Sterbehilfe versus Suizidbeihilfe: Eine Frage des Gewissens

Über Sterbebegleitung und Suizidbeihilfe diskutieren Religionen und Gesellschaften. Vier Gruppen innerhalb des Deutschen Bundestages haben jetzt Gesetzentwürfe vorgelegt – ein Überblick. Auf den Punkt gebracht wird es von Franz Müntefering, ehemaliger Bundesminister und Fraktionsvorsitzender der SPD: Derzeit diskutiere man über die Hilfe bei der Selbsttötung, sagt er.

1961 geltende Verbot der Suizidbeihilfe überdacht werden müsse. Beihilfe zum Suizid ist in Großbritannien ein Straftatbestand und kann mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden. Laut britischen Medien reisen immer wieder todkranke Briten in die Schweiz, um dort mit Hilfe von Sterbehilfeorganisationen ihr Leben zu beenden. In Deutschland ist die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei. Der Bundestag diskutiert derzeit aber eine gesetzliche Regelung, vor allem im Blick auf ein mögliches Verbot von Sterbehilfeorganisationen. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Berlin – Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020, mit dem das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für verfassungswidrig erklärt wurde, sorgte in Fachkreisen und in
Debatte im Ethikrat zur Sterbehilfe zeigt Meinungsbandbreite
14. Oktober 2020
Den Haag – In den Niederlanden soll die Sterbehilfe bei sterbenskranken Kindern im Alter von unter zwölf Jahren legalisiert werden. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hugo de Jonge kündigte gestern eine
Niederlande wollen Sterbehilfe bei Kindern unter zwölf Jahren legalisieren
28. September 2020
Berlin – In die Debatte um die Rolle von Ärzten am Lebensende kommt Bewegung. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) denkt über eine Änderung des Berufsrechts bei der ärztlichen Beihilfe zu Selbsttötungen nach.
Sterbehilfe auf Agenda des Deutschen Ärztetages
11. September 2020
Wiesbaden – Keine einfachen Lösungen bei der erneuten Debatte um die Sterbehilfe in diesem Herbst erwartet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Kontroversen am Lebensende“ ist daher
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin erwartet kontroverse Debatte um die Suizidbeihilfe
25. August 2020
Berlin – Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Suizidbeihilfe, das Ende Februar das seit 2015 bestehende Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe (Paragraf 217 Strafgesetzbuch) für
Sterbehilfe: Anpassung des ärztlichen Berufsrechts angemahnt
19. August 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) hält eine zügige neue strafrechtliche Regelung der Suzidbeihilfe nicht für „sinnvoll“ und plädiert für eine Regelung im Bürgerlichen
Suizidbeihilfe: DGHS plädiert für zivilrechtliche Regelung
13. August 2020
Berlin – Obwohl das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bereits vor fünf Monaten das 2015 beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen, organisierten Suizidbeihilfe – den Paragrafen 217 Strafgesetzbuch
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER