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Medizin

DSM265 könnte mit einzelner Dosis Malaria vorbeugen und heilen

Freitag, 17. Juli 2015

Seattle – US-Forscher haben ein neues Malaria-Mittel entwickelt, das gegen alle Stadien der Erkrankung wirksam ist und nach den Studienergebnissen in Science Translational Medicine (2015; 7: 296ra111) die Erreger nach der Einnahme einer einzigen Tablette abtöten könnte.

Die Malaria-Erreger benötigen wie alle Lebewesen Pyrimidine als Baustein für die DNA/RNA-Synthese. Anders als viele andere Lebewesen, unter anderem der Mensch, können Plasmodien Pyrimidine nicht aus „verbrauchten“ Basenpaaren recyceln. Sie müssen das Molekül stets neu synthetisieren. Die Enzyme dieses Synthese-Wegs gelten deshalb als viel versprechende Angriffspunkte für eine  Malaria-Therapie.

Eines der Enzyme ist die Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH). DHODH-Inhibitoren wirken gegen alle Stadien der Malaria-Infektion. Die Schwierigkeit besteht nur darin, dass das Enzym auch im menschlichen Körper vorhanden ist. Ein nebenwirkungsfreies Medikament sollte deshalb selektiv die DHODH der Plasmodien hemmen, die Pyrimidin-Synthese beim Menschen jedoch nicht stören.

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Dem Labor von Pradipsinh Rathod von der University of Washington in Seattle ist – nach eigener Aussage im 265. Versuch – die Synthese eines solchen Wirkstoffs gelungen. Ein internationales Forscherteam hat den DHODH-Inhibitoren DSM265 inzwischen in prä­klinischen Studien „auf Herz und Nieren“ geprüft. Das Mittel greift die Parasiten sowohl in der Leber, als auch in den Blutstadien an. Es war bei einem Mäusemodell wirksam und zeigte in anderen Tierexperimenten keine Hinweise auf eine Erbgutschädigung, und die maximal tolerierte Dosis lag deutlich über der therapeutischen Dosis. DSM265 hat außerdem eine lange Halbwertzeit im Körper: Eine Einzeldosis von 200 bis 400 mg könnte beim Menschen bis zu 8 Tage wirksam bleiben.

DSM265 ist laut der Pharmakologin Margaret Phillips vom Southwestern Medical Center in Dallas der erste DHODH-Inhibitor, der die präklinischen Studien abgeschlossen hat. Inzwischen hat die Substanz auch den ersten klinischen Sicherheitstest in Australien bestanden und eine erste Feldstudie in Peru hat begonnen. In Deutschland hat das Tropeninstitut Tübingen eine klinische Studie angemeldet. © rme/aerzteblatt.de

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