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Medizin

FDA warnt: Lungenhochdruck durch Diazoxid bei Säuglingen und Kleinkindern

Freitag, 17. Juli 2015

Silver Spring – Der Wirkstoff Diazoxid, der in der Neonatologie zur Behandlung von Hypoglykämien eingesetzt wird, kann in Einzelfällen einen Lungenhochdruck auslösen. Darauf macht die US-Arzneibehörde FDA in einer Drug Safety Communication aufmerksam.

Anlass der Warnung ist eine Analyse der Datenbank FAERS (FDA Adverse Event Reporting System), in der die US-Arzneibehörde Meldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) sammelt. Seit Mai 1973, dem Zulassungsdatum von Diazoxid sind sieben Fälle eines Lungenhochdrucks eingegangen. Alle sieben Fälle betrafen Neugeborene, die wegen einer zu niedrigen endogenen Insulin-Produktion mit Diazoxid behandelt wurden.

Bei fünf der sieben Kinder war die Behandlung innerhalb der ersten 30 Lebenstage begonnen worden. Die meisten Kinder hatten weitere Risikofaktoren für die Entwicklung eines Lungenhochdrucks, etwa angeborene Herzfehler, Mekoniumaspiration oder eine Streptokokken-Infektion. Alle sieben wurden nach der Entwicklung des Lungen­hochdrucks hospitalisiert oder eine intensiv-medizinische Behandlung aus anderen Gründen wurde verlängert.

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Der Lungenhochdruck machte umfangreiche medizinische Eingriffe erforderlich wie Sauerstoffgabe, mechanische Beatmung oder den Einsatz von gefäßerweiternden Medikamenten wie Sildenafil oder Stickstoffmonoxid. Es gab keine Todesfälle. Bei allen Patienten besserte sich das Krankheitsbild, nachdem die Behandlung mit Diazoxid eingestellt wurde (positive „Dechallenge"). Fünf Patienten erholten sich vollständig, davon zwei mit einer Normalisierung des Echokardiogramms. Die anderen beiden Patienten erholten sich teilweise.

FDA-Mitarbeiter ermittelten in der medizinischen Fachliteratur vier weiter Fallberichte. Auch dort besserte sich das Krankheitsbild nach einer Dechallenge.

Die FDA rät den Neonatologen, die Patienten nach der Gabe von Diazoxid sorgfältig zu beobachten, vor allem dann, wenn weitere Risikofaktoren für Lungenhochdruck vorliegen wie Mekoniumaspirationssyndrom, Atemnotsyndrom, eine transiente Tachypnoe des Neugeborenen, Lungenentzündung, Sepsis, Zwerchfellhernie oder ein angeborener Herzfehler. Wenn es zu einem Lungenhochdruck kommt, sollte Diazoxid abgesetzt werden, rät die FDA.

Eltern oder Betreuern eines Kindes sollten auf Anzeichen von Atemnot achten. Dazu gehören geblähte Nüstern, grunzende Atemgeräusche, ungewöhnliche Bewegungen der Brust des Kindes, schnelles Atmen, Schwierigkeiten bei der Fütterung sowie eine Blaufärbung der Lippen oder der Haut. © rme/aerzteblatt.de

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