NewsHochschulenLaserchirurgie bei Mandel-OP senkt Nachblutungsrisiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Laserchirurgie bei Mandel-OP senkt Nachblutungsrisiko

Montag, 20. Juli 2015

Jena – Vergrößerte Gaumenmandeln sind ein häufiger Grund für starkes Schnarchen mit Atemaussetzern bei Kindern, also für ein Schlafapnoe-Syndrom. Abhilfe schaffen kann eine Operation, bei der die Tonsillen verkleinert werden. Am Universitätsklinikum Jena kappen die HNO-Ärzte die Mandeln mit Laserlicht.

Mandel-Operationen sind der häufigste stationäre Eingriff bei Kindern. Allerdings sind sie nicht unproblematisch: „Das Nachblutungsrisiko bei diesen Eingriffen ist verhältnismäßig hoch“, erläutert Thomas Bitter, Oberarzt an der Jenaer Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Das gelte vor allem für die Komplettentfernung der Mandeln, die wegen häufiger schwerer Angina-Erkrankungen mit Antibiotika-Behandlung angezeigt sein kann. Dabei werden die Mandeln unter Narkose aus dem Rachen herausgeschält, wodurch eine für Blutungen anfällige Wundfläche entsteht. Vor allem in den ersten drei Tagen und sogar noch eine Woche nach dem Eingriff kann es zu Nachblutungen kommen.

Die vollständige Entfernung war lange Zeit auch Standardtherapie bei durch vergrößerte Mandeln bedingtem nächtlichen Schnarchen mit Atemaussetzern. Inzwischen wurde sie von der Teilentfernung (Tonsillotomie) mit Laserlicht abgelöst. Größter Vorteil des Verfahrens ist laut den UKJ-Ärzten das geringere Blutungsrisiko. „Ein CO2-Laser trennt das überflüssige Gewebe von den Mandeln ab und schweißt zugleich die dabei verletzten kleinen Blutgefäße wieder zu. Dadurch werden schon während der Operation die Blutungen reduziert und auch das Nachblutungsrisiko ist geringer“, beschreibt Bitter die Methode. Für die Kinder bedeute dies zugleich weniger Schmerzen nach der Operation, sie könnten außerdem das Krankenhaus schon nach vier Tagen verlassen. Bei einer Komplettentfernung dauert der Klinikaufenthalt hingegen eine Woche.

Anzeige

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Die Kinder, deren Gaumenmandeln operativ verkleinert werden, sind überwiegend im Vorschul- oder Schulalter. Aber auch bei der Tonsillotomie gilt: „Auch nach der Entlassung aus der Klinik sollten Eltern Vorsicht walten lassen: Die Kinder müssen sich mindestens eine Woche richtig schonen und drei bis vier Wochen auf anstrengenden Sport verzichten“, so Bittner. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. August 2019
Bad Oeynhausen – Ein implantierter Zwerchfellschrittmacher, der nächtliche Atempausen erkennt und durch Stimulation des Nervus phrenicus beendet, kann eine zentrale Schlafapnoe nachhaltig vermindern.
Zwerchfellschrittmacher bei zentraler Schlafapnoe offenbar nachhaltig wirksam
20. Juni 2019
Mainz – In Deutschland fehlen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) Schlaflabore oder schlafmedizinische Ambulanzen. Die Wartezeiten seien sehr
Schlafmediziner weisen auf Mangel an Schlaflaboren hin
22. Mai 2019
Thessaloniki/Griechenland – Frauen mit einer obstruktiven Schlafapnoe waren in einer Querschnittstudie im European Respiratory Journal (2019; doi: 10.1183/13993003.00091-2019) häufiger an Krebs
Frauen mit Schlafapnoe erkranken häufiger an Krebs als Männer
4. April 2019
Duisburg/Essen – 9 von 10 Patienten mit Demenz leiden in einer altersmedizinischen Krankenhausumgebung an Atemaussetzern (Apnoe) im Schlaf. Das berichten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der
Apnoe im Schlaf häufiges Phänomen bei Demenzpatienten
22. März 2019
München – Rund 14 Prozent aller Männer und sieben Prozent der Frauen leiden unter einem Schlafapnoe-Syndrom (SAS). Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hingewiesen. In den meisten
Viele Behandlungsmöglichkeiten beim Schlafapnoe-Syndrom
28. November 2018
Berlin – Nur fünf Prozent der schnarchenden Menschen erkennen, dass womöglich ärztliche Hilfe angebracht ist. Das zeigt eine heute veröffentlichte forsa-Umfrage für die Initiative „Deutschland schläft
Nur wenige Schnarcher denken an ärztliche Hilfe
14. September 2018
Newcastle-under-Lyme – Britische Hausarztpatienten, bei denen eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert wurde, hatten in den Folgejahren ein erhöhtes Risiko, an Gicht zu erkranken. Dies geht aus
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER