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Laserchirurgie bei Mandel-OP senkt Nachblutungsrisiko

Montag, 20. Juli 2015

Jena – Vergrößerte Gaumenmandeln sind ein häufiger Grund für starkes Schnarchen mit Atemaussetzern bei Kindern, also für ein Schlafapnoe-Syndrom. Abhilfe schaffen kann eine Operation, bei der die Tonsillen verkleinert werden. Am Universitätsklinikum Jena kappen die HNO-Ärzte die Mandeln mit Laserlicht.

Mandel-Operationen sind der häufigste stationäre Eingriff bei Kindern. Allerdings sind sie nicht unproblematisch: „Das Nachblutungsrisiko bei diesen Eingriffen ist verhältnismäßig hoch“, erläutert Thomas Bitter, Oberarzt an der Jenaer Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Das gelte vor allem für die Komplettentfernung der Mandeln, die wegen häufiger schwerer Angina-Erkrankungen mit Antibiotika-Behandlung angezeigt sein kann. Dabei werden die Mandeln unter Narkose aus dem Rachen herausgeschält, wodurch eine für Blutungen anfällige Wundfläche entsteht. Vor allem in den ersten drei Tagen und sogar noch eine Woche nach dem Eingriff kann es zu Nachblutungen kommen.

Die vollständige Entfernung war lange Zeit auch Standardtherapie bei durch vergrößerte Mandeln bedingtem nächtlichen Schnarchen mit Atemaussetzern. Inzwischen wurde sie von der Teilentfernung (Tonsillotomie) mit Laserlicht abgelöst. Größter Vorteil des Verfahrens ist laut den UKJ-Ärzten das geringere Blutungsrisiko. „Ein CO2-Laser trennt das überflüssige Gewebe von den Mandeln ab und schweißt zugleich die dabei verletzten kleinen Blutgefäße wieder zu. Dadurch werden schon während der Operation die Blutungen reduziert und auch das Nachblutungsrisiko ist geringer“, beschreibt Bitter die Methode. Für die Kinder bedeute dies zugleich weniger Schmerzen nach der Operation, sie könnten außerdem das Krankenhaus schon nach vier Tagen verlassen. Bei einer Komplettentfernung dauert der Klinikaufenthalt hingegen eine Woche.

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Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Die Kinder, deren Gaumenmandeln operativ verkleinert werden, sind überwiegend im Vorschul- oder Schulalter. Aber auch bei der Tonsillotomie gilt: „Auch nach der Entlassung aus der Klinik sollten Eltern Vorsicht walten lassen: Die Kinder müssen sich mindestens eine Woche richtig schonen und drei bis vier Wochen auf anstrengenden Sport verzichten“, so Bittner. © hil/aerzteblatt.de

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