NewsMedizinNeuer Rezeptor für die Blutdruckkontrolle entdeckt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Neuer Rezeptor für die Blutdruckkontrolle entdeckt

Montag, 20. Juli 2015

Bad Nauheim – Einen neuen Regulationsmechanismus für die Blutdruckkontrolle haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim entdeckt. Die Forscher beschreiben ihre Ergebnisse im Journal of Clinical Investigation (doi:10.1172/JCI81067).

Die Höhe des Blutdrucks wird vor allem über bestimmte Arterien reguliert, sogenannte Widerstandsgefäße. Ziehen diese Gefäße sich zusammen und verkleinern ihren Durchmesser, erhöht sich der Blutdruck. Umgekehrt führt ein Entspannen der Gefäße zu einem niedrigeren Blutdruck. Der tatsächliche Spannungszustand der Blutgefäße wird durch die Muskelzellen in der Gefäßwand reguliert.

Dabei beeinflussen nicht nur systemisch wirkende Faktoren die Gefäßmuskulatur, sondern es gibt auch lokal wirkende Komponenten. „Seit langem ist bekannt, dass die durch den Blutstrom verursachten physikalischen Scherkräfte auf die Endothelzellen einwirken und dadurch den Spannungszustand der Blutgefäße herabsetzen“, erläutert Stefan Offermanns, Direktor der Abteilung Pharmakologie am Max-Planck-Institut. Am Ende einer Reihe bislang nur ansatzweise verstandener Zwischenschritte produzieren die Endothelzellen Stickstoffmonoxid. Dieses entspannt die Gefäßmuskulatur und senkt so den Blutdruck ab.

Anzeige

Die Max-Planck-Forscher konnten in ihrer Studie wesentliche Teile des Mechanismus klären, der zur Freisetzung von Stickstoffmonoxid und damit zur Senkung des Blutdrucks führt. „Der auf ATP ansprechende sogenannte P2Y2-Rezeptor ist das Schlüsselprotein. Er wird über die Scherkräfte des fließenden Blutes indirekt aktiviert. Am Ende der Reaktionskaskade, deren Komponenten wir in weiteren Versuchen ebenfalls identi­fizieren konnten, wird Stickstoffmonoxid gebildet, wodurch sich die Gefäßwand entspannt und der Blutdruck sinkt“, erläutert Offermanns. Das Wissen über dieses Prinzip könnte zukünftig bei Prophylaxe und Therapie des Bluthochdrucks helfen, hofft die Arbeits­gruppe. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. November 2018
Baltimore – Der Anstieg des Blutdrucks im Alter ist in westlichen Ländern so häufig, dass Kardiologen ihn fast schon für ein Naturgesetz halten. Eine ethnologische Studie in JAMA Cardiology (2018;
Ethnologie-Studie: Ernährung und nicht das Alter erhöht den Blutdruck
7. November 2018
Durham/North Carolina und Seoul – Haben die umstrittenen US-Leitlinien, die die Grenze für einen behandlungsbedürftigen Blutdruck auf 130/80 mmHg herabgesetzt haben, doch eine Berechtigung? 2
Leicht erhöhter Blutdruck vor dem 40. Lebensjahr steigert Herz-Kreislauf-Risiko
25. Oktober 2018
Berlin – Von 14 getesteten Geräten zur Blutdruck-Selbstmessung – acht für den Oberarm und sechs für das Handgelenk – hat die Stiftung Warentest nur einem Gerät die Note „gut“ gegeben. Acht erhielten
Warentester vergeben nur ein „gut“ bei Geräten zur Blutdruck-Selbstmessung
18. Oktober 2018
Berlin – Das Diuretikum Hydrochlorothiazid, das in zahlreichen Antihypertensiva enthalten ist, begünstigt die Entwicklung von nicht-melanozytären Hautkrebsen (NMCS). Darauf müssen jetzt zahlreiche
Hydrochlorothiazid: Hautkrebsrisiko durch häufig eingesetztes Diuretikum
21. September 2018
London – Das Karzinogen N-Nitrosodiethylamin (NDEA), dessen Nachweis in Valsartan-Chargen weltweit zum Rückruf von Hochdruckmedikamenten geführt hat, wurde jetzt auch, allerdings in geringen Mengen,
NDEA-Spuren auch in Losartan: EMA lässt weitere Sartane untersuchen
18. September 2018
London – Die genetische Analyse von mehr als einer Million Menschen hat die Zahl der bekannten Genorte, die den Blutdruck beeinflussen, verdreifacht. Mit den in Nature Genetics (2018; doi:
1.000 Genvarianten beeinflussen den Blutdruck
13. September 2018
London/Odense – Die Exposition mit der wahrscheinlich krebserregenden Substanz N-Nitrosodimethylamin (NDMA), der Hochdruckpatienten über Jahre durch Einnahme kontaminierter Valsartan-haltiger
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER