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Ausland

Ärzte ohne Grenzen warnt vor Wieder-Aufflammen der Ebola-Epidemie

Montag, 20. Juli 2015

Berlin – Vor einer Ausweitung der Ebola-Epidemie in Westafrika hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gewarnt. „Es wurden so viele Berichte für eine bessere Krisen­reaktion bei künftigen Ausbrüchen geschrieben, aber in Westafrika ist die Epidemie noch immer nicht unter Kontrolle. Woche für Woche gibt es neue Patienten“, sagte Joanne Liu, Internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen.

Ende vergangener Woche ist im westafrikanischen Liberia erneut ein Patient an Ebola gestorben – der zweite seit dem neuen Ausbruch der Krankheit Ende Juni. Der Verstorbene sei in einem lebensbedrohlichen Zustand in ein Behandlungszentrum gebracht worden und dort gestorben, sagte der Leiter des nationalen Ebola-Krisenstabs, Francis Karteh, am Mittwoch im staatlichen Radiosender.

Der Mann habe Kontakt zu einem Ebola-Patienten gehabt, habe seine Krankheit aber vor den Behörden geheim gehalten und fiebersenkende Mittel eingenommen. Zuvor war ein 17-jähriger Junge an Ebola gestorben. Am 9. Mai hatte die Weltgesundheits­organisation (WHO) die Epidemie in Liberia für beendet erklärt. Doch seit Ende Juni wurden sechs neue Ebola-Fälle gemeldet, darunter die beiden inzwischen Verstorbenen.

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Aber nicht nur in Liberia bleibt Ebola ein Problem: Laut Ärzte ohne Grenzen werden in Guinea viele Ebola-Fälle nicht rechtzeitig erkannt, sondern ein Viertel der registrierten Neuinfektionen erst nach dem Tod der Patienten festgestellt. In der Region um Sierra Leones Hauptstadt Freetown wurden in der vergangenen Woche zehn Neuinfektionen gezählt – so viele wie seit März nicht mehr. In den drei Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia gebe es Woche für Woche etwa 30 Neuinfektionen.

„Wir sind nach den Phasen der weltweiten Gleichgültigkeit, der globalen Angst und der internationalen Reaktion nun bei einer weltweiten Ermüdung angelangt“, kritisierte Liu und forderte: „Die Epidemie muss endlich gestoppt werden!“ © hil/aerzteblatt.de

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