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In der Ostukraine gehen die Aids-Medikamente aus

Montag, 20. Juli 2015

Vancouver – In der Ostukraine drohen dringend benötigte Medikamente für 8.000 HIV-Infizierte auszugehen. Sollte die Blockade der Mittel nicht aufgehoben werden, könnten die Immunschwächepatienten ab Mitte August nicht mehr behandelt werden, sagte der Aids-Sondergesandte der UNO für Osteuropa und Zentralasien, Michel Kazatchkine, der Nachrichtenagentur vor Beginn einer internationalen Aids-Konferenz am Sonntag im kanadischen Vancouver. Derzeit sind die Medikamente an Kontrollposten blockiert, die von der ukrainischen Armee oder von pro-russischen Separatisten entlang der umkämpften ostukrainischen Gebiete gehalten werden.

Die 8.000 Aids-Patienten seien ins „politische Kreuzfeuer zwischen der ukrainischen Regierung und den von Russland unterstützten Kämpfern geraten", sagte Kazatchkine. Er forderte die USA, Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine zum Handeln auf. Die Krise betrifft nach seinen Angaben vor allem das Donbassgebiet und die von den Separatisten ausgerufenen Volksrepubliken Donezk und Luhansk. In den Gebieten lebte nach Angaben des UN-Sondergesandten früher ein Viertel der HIV-Infizierten der Ukraine. Tausende seien mittlerweile aber vor den Kämpfen geflohen.

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Die Medikamente seien bereits bezahlt, und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen habe zugesagt, sie auszuliefern und ihre Anwendung zu beaufsichtigen, sagte Kazatchkine. Doch durch den bewaffneten Konflikt, die Wirtschaftskrise und den Rückzug der Nichtregierungsorganisationen sei alles infrage gestellt.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gab es in der Ukraine Anfang 2014 offiziell 234.000 HIV-Infizierte im Alter von mehr als 15 Jahren. Das entspricht 0,8 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe und ist damit der höchste Anteil in Europa. © afp/aerzteblatt.de

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