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Ärzteschaft

Urologen betonen Bedeutung der Psychoonkologie

Dienstag, 21. Juli 2015

Hamburg – Fast jeder dritte Krebspatient in Deutschland ist durch seine Erkrankung so stark belastet, dass er psychotherapeutische Hilfe benötigt. Aber vielen Betroffenen fällt es schwer, sich für diese Hilfe zu öffnen. „In der Uroonkologie behandeln wir viele ältere, an Prostatakrebs erkrankte Männer, die es nicht gelernt haben, über sich und ihre Gefühle zu sprechen“, erläutert Peter Herschbach von der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).

Herschbach ist Direktor des Roman-Herzog Krebszentrums (RHCCC) und der Sektion psychosoziale Onkologie des Klinikums rechts der Isar München. Viele Männer nähmen entsprechende Unterstützungsangebote nicht in Anspruch, obwohl therapeutische Hilfe sinnvoll und notwendig wäre und ihre Lebensqualität deutlich verbessern könnte, so Herschbach.

Er empfiehlt das sogenannte Distress Screening, um herauszufinden, wer professionelle psychoonkologische Hilfe benötige. Anhand von wenigen Fragen könne der Arzt damit erkennen, ob der Patient behandlungsbedürftigen psychischen Belastungen ausgesetzt sei.

Laut Herschbach kommen ältere Männer mit ihrer Situation oftmals besser zurecht als jüngere, die besonders unter begleitenden sexuellen Funktionsstörungen litten. Die jüngeren Patienten hätten nicht nur Angst vor einer Ausbreitung der Erkrankung, sondern auch vor dem drohenden Verlust des männlichen Selbstwertgefühls. Grund­sätzlich sei es sinnvoll, die Ehepartner einzubeziehen. „Es sind oft die Frauen, die ihre Partner für psychoonkologische Begleitung empfänglich machen. Männer können ihre Probleme und Ängste nach meiner Erfahrung schlecht kommunizieren – das übernehmen nicht selten die Frauen“, berichtet Herschbach.

Auf die besondere Bedeutung des urologischer Tumore weist in diesem Zusammenhang der Präsident der DGU und Kongresspräsident Stephan Roth hin: Das Prostatakarzinom sei mit rund 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Todesursache bei Männern in Deutschland. © hil/aerzteblatt.de

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