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Jede fünfte zugewanderte Pflegekraft stammt aus Polen

Mittwoch, 22. Juli 2015

dpa

Wiesbaden/Gütersloh – Polen ist mit einem Anteil von 20 Prozent das Herkunftsland der meisten zugewanderten Pflegekräfte in Deutschland. Im Jahr 2013 arbeiteten 76.000 zugewanderte Personen mit polnischen Wurzeln in Pflegeberufen in Deutschland, davon waren 93 Prozent Frauen. So berichtet es das Statistische Bundesamt. Auf Platz zwei und drei folgten Bosnien und Herzegowina mit 47.000 und Kasachstan mit 31.000 Pflegekräften

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung tun sich Pflegeeinrichtungen in Deutschland weiterhin schwer damit, Personal aus dem Ausland anzuwerben – obwohl kaum ein anderer Wirtschaftszweig in Deutschland derart große Schwierigkeiten habe, qualifi­ziertes Personal zu finden.

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Eine Befragung von rund 600 Arbeitgebern im Rahmen der Studie ergab, dass im Augenblick 61 Prozent der Pflegeeinrichtungen Mitarbeiter suchen, durchschnittlich sind dort 4,3 Stellen unbesetzt. Aber nur 16 Prozent der Einrichtungen versuchen Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben. „An der Pflegebranche wird deutlich, wie weit Deutsch­land von einer gezielten und am Arbeitsmarkt orientierten Einwanderungspolitik entfernt ist“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Das Land, in dem die deutschen Pflegebetriebe in den vergangenen drei Jahren am häufigsten Arbeitskräfte gesucht haben, ist Spanien. Dort waren 61 Prozent aller Unternehmen mit internationaler Rekrutierungserfahrung aktiv. Dahinter folgen Polen (19 Prozent), Kroatien (16 Prozent), Rumänien (14 Prozent), Italien (13 Prozent) und Griechenland (12 Prozent).

Laut der Studie stießen 83 Prozent der befragten Unternehmen mit Rekrutierungs­erfahrung bei ihrer internationalen Fachkräftegewinnung auf bürokratische Hemmnisse, 67 Prozent auf Probleme bei der Anerkennung von Qualifikationen. 60 Prozent hatten Schwierigkeiten mit der Einwanderungserlaubnis für Drittstaatler. Deshalb wünschen sich die Unternehmen einen Abbau rechtlicher Hürden (67 Prozent), bessere Angebote an Sprach- und Integrationskursen (87 Prozent) und mehr Informationsmöglichkeiten über Bewerber (73 Prozent). Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigen laut der Studie Unterstützung.

© hil/aerzteblatt.de

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