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Ärzteschaft

Ärztekammer Berlin fordert mehr Transparenz bei Pharmastudien

Freitag, 24. Juli 2015

Berlin – Die Veröffentlichung und den freien Zugang zu allen Arzneimittelstudien fordert die Ärztekammer Berlin. „Das selektive Publizieren von Daten und Studien führt häufig zu einer völlig falschen Bewertung von Arzneimitteln“, sagte der Präsident der Kammer, Günther Jonitz. Nur wenn alle Daten von klinischen Studien öffentlich seien, sei eine unabhängige und neutrale Überprüfung der Wirksamkeit und der Nebenwirkungen von Arzneimitteln möglich, so der Kammerpräsident.

Als Erfolg auf dem Weg zu mehr Transparenz wertet die Ärztekammer die Entscheidung einer Gruppe von 85 Rentenfonds und Vermögensverwaltern, die sogenannte AllTrials-Kampagne zu unterstützen. Die Finanzinstitute repräsentieren zusammen ein Anlage­vermögen von 3,5 Billionen Euro und wollen künftig Pharmaunternehmen, in die sie investieren, auffordern, alle Studien zu registrieren und deren Ergebnisse unverzerrt zu veröffentlichen. „,Big Money‘ setzt jetzt ,Big Pharma‘ unter Druck – das ist der richtige Weg. Freiwilligkeit hat in der Vergangenheit nur begrenzt Erfolg gebracht. Aber diesem wirtschaftlichen Druck können sich die Pharma-Riesen kaum entziehen“, erklärte Jonitz.

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Es ist offenbar nicht reine Menschenfreundlichkeit, das die Finanzinvestoren motiviert, sondern auch ein großes Eigeninteresse an der Veröffentlichung von Studiendaten. „Genauso wie Ärzte und Patienten haben Finanzinvestoren das Risiko, von Pharma­firmen hinters Licht geführt zu werden. Für richtige Investitionsentscheidungen sind aber vollständige und korrekte Studienergebnisse grundlegend“, sagte laut AllTrials Helena Vines Fiestas von BNP Paribas Investment Partners, einem weltweit tätigen Finanz­investor.

„,Sauberes Wasser‘ war im 19. Jahrhundert die Grundlage für Gesundheit, im 21. Jahrhundert ist es ,sauberes Wissen‘. Dazu müssen alle Studien und deren Ergebnisse auf den Tisch“, betonte Jonitz. © hil/aerzteblatt.de

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