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Politik

Zahl der Organspender erstmals wieder gestiegen

Freitag, 24. Juli 2015

dpa

Frankfurt – Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2015 erstmals seit längerem wieder gestiegen. Von Januar bis Ende Juni gab es 464 Organspender gegenüber 435 im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte.

„Damit ist der seit einigen Jahren anhaltende Abwärtstrend bei der Organspende durchbrochen“, sagte der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel, am Freitag in Frankfurt. Er sprach von einer „vorsichtigen Hoffnung“, dass sich „die Organspende­zahlen weiter erholen. Allerdings ist es immer noch zu früh, um von einer echten Trendwende bei der Organspende zu sprechen“, sagte er.

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Nach Skandalen in einigen Transplantationszentren war die Zahl der Organspenden in Deutschland in den vergangenen Jahren beständig zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2010 hatten noch 648 Menschen Organe gespendet.

Einen minimalen Anstieg gab es im ersten Halbjahr 2015 auch bei der Zahl der gespendeten und der transplantierten Organe. Die Zahl der Spenderorgane stieg auf 1.556 (erstes Halbjahr 2014: 1.554). Die Zahl der transplantierten Organe stieg von 1.615 auf 1.637. Darunter befinden sich auch Organe, die aus europäischen Nachbarländern stammen.

Im gesamten Jahr 2014 hatte es mit bundesweit 864 Organspendern und 2.989 gespendeten Organen einen Tiefststand seit der Verabschiedung des Transplantations­gesetzes 1997 gegeben. Hintergrund waren Betrugsfälle in deutschen Transplan­tationskliniken im August 2012, bei denen Ärzte ihren Patienten durch Manipulation von Daten bessere Chancen auf ein Spenderorgan verschafften.

Politik, Bundesärztekammer und DSO reagierten darauf mit mehreren Reformen, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Beschlossen wurden unter anderem schärfere Kontrollen in den Transplantationskliniken. Der Bundestag beschloss zudem im Juni 2013, dass Ärzte, die Manipulationen an Wartelisten vornehmen, eine Freiheits­strafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe erwartet. © kna/aerzteblatt.de

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