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Ärzteschaft

Kassen übernehmen ab 2016 Kosten für Impfausweise

Freitag, 24. Juli 2015

Berlin – Ab 2016 müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Impf­ausweise ihrer Versicherten übernehmen. Auf diese Regelung des sogenannten Präventionsgesetzes weist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)  hin. Das Gesetz soll Anfang August in Kraft treten.

Allerdings gibt der Gesetzgeber nicht vor, in welcher Form die Krankenkassen künftig die Impfausweise bereitstellen müssen. Eine Möglichkeit ist, dass die Versicherten sie direkt von ihrer Krankenkasse erhalten. „Gegebenenfalls könnte auch eine Regelung in den regionalen Impfvereinbarungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Landesverbänden der Krankenkassen getroffen werden“, berichtet die KBV. In diesem Fall würde der Arzt den Impfausweis an seine Patienten abgeben und die Kosten über die Honorarabrechnung zurückerhalten. 

Das „Gesetz zur Stärkung der Gesund­heits­förder­ung und der Prävention“ soll die Vorbeugung und Früherkennung von Krankheiten stärken. Der Impfschutz ist dafür ein wichtiger Baustein. Beispielsweise ist vorgesehen, dass Eltern bei der Erstaufnahme ihrer Kinder in eine Kita künftig nachweisen sollen, dass eine Impfberatung stattgefunden hat. Vorgesehen ist auch der Ausbau der betrieblichen Gesund­heits­förder­ung.

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Die Kassen sollen künftig jährlich mindestens rund 490 Millionen Euro in die Gesund­heits­förder­ung und Prävention investieren, doppelt so viel wie bisher. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Montag, 27. Juli 2015, 17:45

Dass ich das noch erleben darf!

Da weist ausgerechnet "unsere" Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) drauf hin, dass ab Anfang August laut Präventionsgesetz die GKV-Kassen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung s e l b s t die Kosten für Impfausweise (ca. 0,25 €/Stück) übernehmen müssen. Und feiert dies noch als ihren Verhandlungserfolg und finanzielle Entlastung für Vertrags-Ärztinnen und -Ärzte.

Was für ein Affront!
W i r erbringen tagtäglich präventive Untersuchungs-, Beratungs- und Impfleistungen, die wir indikationsgerecht verabreichen und lege artis durchführen müssen. Wir haben in Logistik und Fortbildung beim Impfmanagement zu investieren, müssen Überzeugungs- und Motivationskraft aufwenden, werden mit etwa 100 verschiedenen Impf-Ziffern bürokratisch drangsaliert und wurden im Präventionsgesetz mit 490 Millionen Euro nicht ein einziges Mal berücksichtigt.

Der Entwurfsbegründung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG): "Die ärztliche Präventionsempfehlung ... stellt für die Krankenkassen eine wichtige Grundlage für die Entscheidung über die Gewährung von Leistungen zur primären Prävention im Individualfall dar"... "Dafür erhalten die Ärzte kein zusätzliches Honorar – ihnen entstehe als vertraglichen Leistungserbringern kein zusätzlicher Erfüllungsaufwand" wurde seitens der KBV bis heute nicht ernsthaft widersprochen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z. Zt. Paris/F)
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