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Politik

Gesundheitskarte: Online-Testtermine geraten ins Wanken

Montag, 27. Juli 2015

dpa

Berlin – Die eigentlich für Mitte November vorgesehenen großflächigen Online-Tests der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) könnten sich durch Lieferprobleme der Industrie erneut verzögern. Damit wären auch die im sogenannten E-Health-Gesetz vorgegebenen Fristen, so etwa der am 1. Juli 2016 vorgesehene Start des Online-Abgleichs der Versichertenstammdaten, Makulatur.

Das Gesetz wird derzeit im Bundestag beraten und soll Anfang 2016 in Kraft treten. „Es kann nicht sein, dass die Haushalte der beteiligten Körperschaften gekürzt werden, wenn die Industrie die notwendigen Komponenten nicht fristgerecht liefern kann“, erklärte der Vorsitzende der gematik, Thomas Kriedel, mit Blick auf die im E-Health-Gesetz vorgesehenen Sanktionen.

Bei den Tests sollen in den Regionen Nordwest (Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz) und Nordost (Bayern, Sachsen)  mit jeweils 500 Anwendern (Ärzte, Psychotherapeuten und Krankenhäuser) die ersten Online-Anwendungen der eGK erprobt werden. Hierfür muss das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der technischen Komponenten prüfen und abnehmen.

Offenbar kann die Industrie die zugesagten Prüfungstermine beim BSI aber nicht einhalten. Das meldet die für die Durchführung der Tests verantwortliche Betreiberge­sellschaft gematik. Betroffen seien vor allem die dezentralen Komponenten der Tele­matikinfrastruktur (TI), wie etwa der Konnektor, der für die sichere Netzanbindung der Praxen und Krankenhäuser benötigt wird, und die Kartenlesegeräte.

Dem Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) zufolge sind kürzlich veröffentlichte neue Sicherheitsanforderungen, die die betreffenden Unternehmen umsetzen müssen, der Grund dafür. „Die Konnektoren sind spezifiziert auf die bereits ausgelieferte Lesegeräte“, so der bvitg-Geschäftsführer Ekkehard Mittelstaedt. „Wenn sich diese Spezifikationen ändern, wird es natürlich schwierig für die Unternehmen.“

„Augenscheinlich hat die Industrie, die diese Vernetzung vornimmt, an manchen Stellen die Komplexität unterschätzt“, kommentierte Doris Pfeiffer, die stellvertretende Vorsitzende der gematik. Die Gesellschaft will prüfen, ob die Test-, Zulassungs- und Lieferprozesse so optimierten werden können, dass die Erprobung in den Testregionen im ersten Quartal 2016 beginnen kann. Abstriche bei Qualität und Sicherheit werde es jedoch nicht geben.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) besteht dagegen weiterhin auf der Einhaltung der Termine für die Online-Tests. Die „Digitalisierung  des Gesundheits­wesens muss fristgerecht kommen“,  schrieb der Staatssekretär im BMG, Lutz Stroppe, im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Verträge müssten eingehalten werden. © KBr/dpa/aerzteblatt.de

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