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Falscher Schönheitschirurg muss ins Gefängnis

Montag, 27. Juli 2015

Regensburg – Vier Jahre und drei Monate Haft lautet das Urteil des Landgerichts Regensburgs gegen den 31-Jährigen, der als vermeintlicher Arzt an Dutzenden Männern und Frauen Schönheitsoperationen durchgeführt hatte. Das vergleichsweise milde Urteil verdankt er vor allem seinem umfangreichen Geständnis. „Er hat mehrfach seine Reue zum Ausdruck gebracht“, erklärte die Richterin am Montag in ihrer Urteilsbegründung.  

Lange war es für den Betrüger ein einträgliches Geschäft. Mehrere Zehntausend Euro soll er mit den Operationen verdient und in bar kassiert haben. Meist spritzte er Silikon und Botox in Wangen, Lippen und Stirn. Erste Patientin war eine Clubsängerin aus Hannover. Die angeblich erfolgreiche Behandlung sprach sich schnell in sozialen Netzwerken herum, die Kunden standen fortan Schlange. Mehr als 50 listet die Anklage auf.

Gefälschte Urkunden und Eigenwerbung im Internet
Die Täuschung des Mannes wirkte offenbar ziemlich echt. „Alle Patienten ließen sich nur deshalb behandeln, weil sie dachten, es mit einem Arzt zu tun zu haben“, sagte die Richterin. Mit gefälschten Dokumenten und Urkunden hatte er sich einen angeblichen medizinischen Werdegang zugelegt, warb im Internet mit Behandlungserfolgen.

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Schließlich war es eine besorgte Mutter aus Österreich, die den Betrug auffliegen ließ. Ihr kamen Zweifel an der Echtheit der Arztzulassung, sie schaltete die Behörden ein. Zahlreiche Geschädigte hatten von schmerzhaften Schwellungen und Taubheitsgefühlen berichtet. „Gravierende Folgen sind bislang Gott sei Dank nicht eingetreten“, sagte die Richterin. Der Ertappte selbst hatte vor Gericht gesagt, er sei froh, aufgeflogen zu sein.

Kosmetische Operationen an sich selbst ausprobiert
Gänzlich unvorbereitet ging der Regensburger nicht ans Werk. Mehrfach hatte er sich zunächst selbst kosmetischen Operationen unterzogen und Korrekturen auch am eigenen Gesicht durchgeführt. Die aufgespritzten Lippen des Mannes sind auch bei der Urteilsverkündung gut zu erkennen.  Ein Gutachter hatte festgestellt, dass der 31-Jährige an einer Störung der Wahrnehmung des eigenen Leibes (Dysmorphophobie) leidet.

Er halte sich für hässlich und entstellt. Auch eine narzistische Persönlichkeitsstörung wurde diagnostiziert. Diese psychischen Erkrankungen wirkten sich nach Angaben der Richterin strafmildernd aus. Sie empfahl dem Mann, im Gefängnis psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Einen Wunsch schlug das Gericht dem falschen Schönheitschirurgen aber ab: die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Der Mann hatte von Kokainsucht berichtet, Gutachter jedoch keine Abhängigkeit festgestellt. „Seien Sie froh, dass bei Ihnen keine Unterbringung angeordnet werden muss“, sagte die Richterin zum Angeklagten. Der Aufenthalt dort sei im Unterschied zur Haft nämlich zeitlich nicht begrenzt.   © dpa/aerzteblatt.de

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