NewsMedizinOtitis media: Nasenballon erleichtert Belüftung der Paukenhöhle
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Otitis media: Nasenballon erleichtert Belüftung der Paukenhöhle

Montag, 27. Juli 2015

Southampton –  Ein einfaches Manöver mit Hilfe eines „Nasenballons“ kann bei Kindern mit Otitis media die Belüftung der Paukenhöhle erleichtern, was in einer Studie im Canadian Medical Association Journal (2015; doi: 10.1503/ cmaj.141608) den schmerzhaften Druck auf das Trommelfell gemildert und die Lebensqualität der Kinder gebessert hat.

Auf YouTube gibt es zahlreiche Videos, die die Wirkungsweise von Otovent beschrei­ben. Es handelt sich um einen herkömmlichen Luftballon und ein kleines Röhrchen. Auf das eine Ende des Röhrchens befestigen die Patienten einen Luftballon. In einem kleinen Manöver lassen sie die Luft in die Nase entweichen, während sie einen Schluck Wasser trinken. Beim Schluckakt dichtet der weiche Gaumen die Nasenhöhle gegen den Rachen ab. Die aus dem Ballon entwichene Luft gelangt über die Eustachische Röhre in die Paukenhöhle und drückt dann die dortige Flüssigkeit in den Rachenraum.

Anzeige

Das funktioniert nicht nur auf den Videos auf YouTube, sondern auch in einer pragmatischen Studie, die Ian Williamson von der University of Southampton in 43 Familienpraxen bei 320 Kindern im Alter von 4 bis 11 Jahren durchführen ließ. Bei 73 von 188 Ohren (38,8 Prozent) hatte sich nach einem Monat der tympanometrische Befund normalisiert. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 52 von 187 Ohren der Fall (27,8 Prozent). Williamson errechnet ein relatives Risiko auf eine Besserung von 1,28, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,01 bis 1,87 statistisch signifikant war.

Bei einer weiteren Nachuntersuchung nach drei Monaten hatte sich der tympano­metrische Befund bei 40,6 Prozent der Kinder, die die „Autoinflation“ regelmäßig durchgeführt hatten gebessert gegenüber 38,3 Prozent in der Vergleichsgruppe. Das relative Risiko betrug 1,41 und war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,05 bis 1,88 erneut statistisch signifikant. Die Kinder klagten auch an deutlich weniger Tagen über Symptome und die Lebensqualität hatte sich verbessert. Insgesamt 89 Prozent der Eltern gaben an, dass die Kinder das Manöver regelmäßig durchführen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
NEWSLETTER