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Antibiotikaabgabe in der Tiermedizin weiter problematisch

Dienstag, 28. Juli 2015

Braunschweig – In Deutschland hat die Tiermedizin 2014 15 Prozent weniger Antibiotika verwendet als im Vorjahr und rund 27 Prozent weniger als im Jahr 2011. Die Abga­bemenge der für die Therapie beim Menschen besonders bedeutenden Antibiotika­klassen, Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation, hat jedoch nicht abgenommen sondern stagniert. Das geht aus neuen Zahlen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervor.

Insgesamt haben pharmazeutische Unternehmen und Großhändler im Jahr 2014 1.238 Tonnen Antibiotika an Tierärzte in Deutschland abgegeben. Die Hauptabgabemengen bilden Penicilline mit etwa 450 Tonnen und Tetrazykline mit etwa 342 Tonnen, gefolgt von Sulfonamiden mit 121 Tonnen, Makroliden mit 109 Tonnen und Polypeptidantibiotika mit 107 Tonnen.

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Von den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuften Antibiotikaklassen wurden im Vergleich zum Vorjahr weiterhin gleichbleibende Mengen abgegeben, nämlich rund zwölf Tonnen Fluorchinolone und rund vier Tonnen Cephalosporine der dritten und vierten Generation. Die Abgabe von Fluorchinolonen hat auf hohem Niveau weiter leicht zugenommen und zeigt gegenüber dem ersten Erfassungsjahr 2011 eine Steigerung von nunmehr 50 Prozent.

„Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers ausgerichtet“, hieß es aus dem Bundesamt.

Gegen Ende der amtlichen Mitteilung findet Erwähnung, was Ärzte täglich in Klinik und Praxis erleben: „Sorge bereitet jedoch, dass der Therapieerfolg sowohl in der Human- wie auch in der Tiermedizin zunehmend durch das Auftreten antibiotikaresistenter Bakterien gefährdet wird“, heißt es dort. © hil/aerzteblatt.de

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