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Ausland

Mortalität in Kliniken am Wochenende oft erhöht

Donnerstag, 30. Juli 2015

London – Patienten, die am Wochenende ins Krankenhaus eingeliefert werden, haben ein erhöhtes Risiko zu versterben. Forscher des Imperial College London beobachteten diesen „weekend effect“ bei einer Reihe von Krankenhäusern in England, Australien, den USA und den Niederlanden. Paul Aylin und Koautoren berichten in BMJ Quality & Safety über die möglichen Gründe für diese Beobachtung.

Den „weekend effect“ beobachteten verschiedene Studien häufig bei komplexen oder lebensbedrohlichen Krankheitsbildern. So fanden Forscher der Robert Wood Johnson Medical School eine erhöhte Mortalität bei Herzinfarkten am Wochenende (doi: 10.1056/NEJMoa063355). Selbst für elektive Operationen konnte eine englische Studie eine erhöhte Mortalität nachweisen, wenn die Patienten sich an Freitagen operieren ließen (doi:10.1136/bmj.f2424).

Ursachen bislang unklar
Der Grund für diesen Zusammenhang ist bisher unklar. Eine schlechtere Besetzung, weniger Spezialisten oder auch, dass Patienten am Wochenende häufiger in der Nacht kommen, gelten als mögliche Faktoren.

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Die Wissenschaftler hatten in ihrer Studie die Gelegenheit, die Mortalität an Wochen­enden international zu vergleichen. Elf englische, fünf amerikanische, sechs nieder­ländische und sechs australische Krankenhäuser nahmen sie in die Analyse auf. Primä­rer Endpunkt der Studie war die 30-Tages-Mortalität der fast drei Millionen Aufnah­men in den 28 Krankenhäusern. In ihrer Auswertung konzentrierten sich die Wissen­schaftler auf Patienten, die zu elektiven operativen Eingriffen oder notfallmäßig aufgenommen wurden.

Alle Krankenhäuser, außer die australischen, zeigten eine erhöhte 30-Tages-Mortalität bei Notfällen am Wochenende( Odds= 1,08 bis 1,20). In Australien war die Mortalität nur innerhalb der ersten sieben Tage größer (Odds= 1,12). In den untersuchten Krankenhäusern war die 30-Tages-Mortalität auch bei Aufnahme für elektive Eingriffe am Wochenende erhöht. Besonders in den niederländischen Kranken­häusern war ein „Freitagseffekt“ für Operationen nachweisbar.

Die Wissenschaftler sehen ihre Ergebnisse als Beleg dafür, dass der Wochenendeffekt auch im internationalen Vergleich regelmäßig beobachtet werden kann. Neben der schlechteren Besetzung am Wochenende könnten bestimmte Diagnosen und Interven­tionen besonders sensibel für den Wochenendeffekt sein. Da bisher jedoch die mög­lichen Gründe spekulativ bleiben, sollten weitere Studien sich nun auf die Analyse der Ursachen konzentrieren, meinen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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