NewsMedizinArthrofibrose: Enzym fördert die Bildung von Bindegewebe im Knie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Arthrofibrose: Enzym fördert die Bildung von Bindegewebe im Knie

Mittwoch, 29. Juli 2015

Bad Oeynhausen – Die Arthrofibrose, die nach einer von zehn Knieendoprothesen auftritt und die Rehabilitation erschweren kann, wird möglicherweise durch die vermehrte Bildung des Enzyms Xylosyltransferase ausgelöst. Darauf deuten Laborexperimente in Scientific Reports (2015; 5: 12537) hin, die Ansatzpunkte für künftige Therapien sein könnten.

Eine Arthrofibrose kann nach jeder Knieverletzung auftreten. Besonders häufig wird sie nach Implantation einer Knieendoprothese beobachtet. In den Weichteilen in der Umgebung des Kunstgelenks kommt es ohne erkennbare Ursache zur Bildung eines Narbengewebes, das die Beweglichkeit des Kunstgelenks einschränkt und die Rehabilitation erschwert.

Die Pathogenese der Erkrankung ist derzeit völlig unbekannt. Die Biochemikerin Isabel Faust vom Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen vermutet jedoch, dass die vermehrte Aktivität des Enzyms Xylosyltransferase eine Rolle spielen könnte. Es handelt sich um ein Schlüsselenzym in der Synthese von Glykosaminoglykanen, die ein wichtiger Bestandteil der extrazellulären Matrix des Bindegewebes ist. Dieses Bindegewebe wird bei der Arthrofibrose vermehrt gebildet.

Anzeige

In früheren Studien hatte die Forschergruppe aus Bad Oeynhausen gezeigt, dass die Xylosyltransferase auch bei Fibrosierungen in der Leber oder im Herzmuskel vermehrt aktiv ist. Bei diesen Störungen kann das Enzym auch im Blut in erhöhter Konzentration nachgewiesen werden.

Jetzt haben die Forscher die Aktivität der Xylosyltransferase in Fibroblasten untersucht, die sie aus Synovia-Biopsien von Patienten entnahmen, die ein künstliches Kniegelenk erhalten hatten. Die Laboruntersuchungen zeigen, dass die Zellen vermehrt Xylosyl­transferase (aber auch eine Reihe anderer Enzyme) bilden, und dass diese vermehrte Bildung mit dem Umbau des Gewebes in Verbindung steht.

Anders als bei der Fibrosierung im Herz- und Lebergewebe, waren die Serumkonzen­trationen nicht erhöht. Faust bringt dies mit einer Blut-Synovia-Schranke in Verbindung, die den Übertritt des Enzyms ins Blut verhindert. Sie will jetzt untersuchen, ob die Konzentration der Xylosyltransferase im Gelenkspalt erhöht ist und ob dies ein Biomarker zur frühzeitigen Erkennung einer Arthrofibrose sein kann.

Sollte eine vermehrte Bildung des Enzyms tatsächlich die Ursache der Arthrofibrose sein, dann könnten möglicherweise Wirkstoffe, die das Enzym blockieren, die Erkrankung verhindern. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER