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Medizin

Lebensstil-Inter­vention kann Gestations­diabetes vermeiden

Montag, 3. August 2015

dpa

Helsinki – Eine Lebensstil-Intervention aus einer Diät und einem Bewegungsprogramm hat in einer randomisierten klinischen Studie in Diabetes Care (2015; doi: 10.2337/dc15-0511) die Häufigkeit eines Gestationsdiabetes um mehr als ein Drittel gesenkt.

Die Adipositas-Epidemie in den entwickelten Ländern hat auch Schwangere erfasst. In Finnland ist jede dritte Schwangere übergewichtig und jede achte sogar fettleibig. Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko auf einen Gestationsdiabetes, der häufig zu einem komplizierten Schwangerschaftsverlauf führt und die Startchancen des Neugeborenen verschlechtert. Für die Frauen ist ein Gestationsdiabetes nicht selten Vorbote eines späteren Typ 2-Diabetes.

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Auf der anderen Seite sind Schwangere häufig aufgeschlossen gegenüber einer Lebensstil-Intervention. Das Team um Saila Koivusalo von der Universität Helsinki konnte 293 Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 kg/m2 und einem Gestations­diabetes in einer früheren Schwangerschaft für eine randomisierte Studie gewinnen. Ein Teil der Frauen nahm ab der 20. Schwangerschaftswoche an einem intensiven Gesundheitsprogramm teil. Diese Frauen erhielten eine individuelle Beratung zur Ernährung und wurden zu sportlichen Aktivitäten motiviert. Die andere Gruppe nahm nur an der üblichen Schwangerschaftsvorsorge teil.

Die Beratung war erfolgreich: Im Interventionsarm erkrankten nur 13,9 Prozent der Frauen an einem Gestationsdiabetes, in der Kontrollgruppe waren es 21,6 Prozent. Koivusalo errechnet eine Hazard Ratio von 0,61, die mit einem 95-Prozent-Konfi­denzintervall von 0,40 bis 0,98 statistisch signifikant war und bedeutet, dass die Lebensstilintervention das Risiko eines Gestationsdiabetes um mehr als ein Drittel senkte.

Dabei waren die Mühen mit der Lebensstilintervention nicht sehr hoch. Die Diät bestand in einer leichten Senkung der Tageskalorienmenge auf 1.600 bis 1.800 Kcal mit der Betonung gesunder Nahrungsmittel. Der Gewichtsunterschied zur Kontrollgruppe betrug nur 0,58 kg. Das Bewegungsprogramm nahm Rücksicht auf die Schwangerschaft und im Fall von vorzeitigen Wehen konzentrierten sich die Frauen auf eine gesunde Ernährung, berichtet Koivusalo. Die Studie soll bis 2017 fortgesetzt werden, um die Auswirkungen der Lebensstil-Intervention auf die Gesundheit von Müttern und Kindern zu untersuchen.

© rme/aerzteblatt.de

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