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Afrika fehlen dringend benötigte Impfmittel gegen Meningitis C

Montag, 3. August 2015

Impfung im Tschad /Samantha Maurin/Ärzte ohne Grenzen/dpa

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat angesichts fehlender Medikamente vor einer drohenden Meningitis-Epidemie in Afrika gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten das Kinderhilfswerk Unicef, die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) sowie die WHO die Pharmaindustrie deshalb auf, die Produktion der ent­sprechenden Impfmittel schnellstmöglich anzukurbeln. Bis Januar würden fünf Millionen Impfdosen gegen Meningitis C benötigt.

Obwohl man die Hersteller auf den erhöhten Bedarf an Impfungen hingewiesen habe, hätten die Unternehmen ihre Produktionspläne bislang noch nicht überarbeitet, beklagte Unicef-Mitarbeiter Imram Mirza in der gemeinsamen Erklärung. Dabei seien Impfungen ein unverzichtbarer Schlüssel im Kampf gegen Hirnhautentzündungen. So habe man die Zahl der Meningitis A-Erkrankungen durch die Impfung von mehr als 217 Millionen Menschen bereits drastisch gesenkt.

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„Wir müssen uns für die Meningitis-Saison 2016 auf eine deutlich höhere Zahl von Fällen vorbereiten“, warnte William Perea, WHO-Koordinator im Kampf gegen Infektions­krankheiten. Laut Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erkrankten seit Beginn 2015 allein in Niger und Nigeria 12.000 Menschen an Meningitis C, 800 Patienten starben.

Verursacht werden die Ausbrüche der Meningitis durch das Bakterium Neisseria meningitidis, von dem zwölf Serotypen bekannt sind. Übertragen werden die Erreger durch Tröpfcheninfektion. Die Krankheit beginnt mit Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifheit. Fünf bis zehn Prozent der Patienten sterben, die Überlebenden behalten oft bleibende Hirnschäden zurück.

© hil/aerzteblatt.de

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