Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Fördergelder für Pflege-Wohn­gemeinschaften werden kaum genutzt

Mittwoch, 5. August 2015

dpa

Berlin – Nur sehr wenige Pflegebedürftige gründen eine staatlich geförderte Pflege-Wohngemeinschaft. Bis Ende 2014 seien von 30 Millionen Euro Fördergeld nur rund 619.000 Euro für den altersgerechten Umbau von Wohnungen in Pflege-WGs ausgezahlt worden, teilte das Bundesversicherungsamt am Mittwoch in Berlin mit.

Zur Begründung für die „zögerliche Inanspruchnahme” der Förderleistung erklärte das Amt, die Wohnform sei für die Betroffenen wohl oft „ungewohnt und fremd”. Auch organisatorische Fragen stellten für die potenziellen Alters-WG-Gründer oft „eine Hürde” dar. Pflegebedürftige, die eine WG gründen wollen, erhalten die Umbau-Förderung nur dann, wenn sie ihre Wohnprojekte selbst gründen. Angebote von Trägern, in die ältere Menschen einziehen und weniger Organisatorisches selbst klären müssen, werden dagegen nicht gefördert.

Während das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium über die Gründe „nicht spekulieren” wollte, sagte eine Sprecherin des Spitzenverbands der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV), ein weiteres Hindernis könne sein, dass nur der Umbau, nicht aber der Neubau von altersgerechten Wohnungen gefördert werde.    

Die Pflegeversicherung fördert seit 2012 Pflege-WGs. Die Wohngemeinschaften sollen es Pflegebedürftigen ermöglichen, möglichst lange selbstständig und in häuslicher Umgebung zu wohnen, ohne dabei jedoch auf sich allein gestellt zu sein. Um die Gründung der Alters-Wohngemeinschaften zu fördern, können WG-Gründer für Umbaumaßnahmen Zuschüsse bei den Pflegekassen beantragen. Pro Pflegebe­dürftigem gibt es bis zu 2.500 Euro, pro Wohngruppe maximal 10.000 Euro. Insgesamt 30 Millionen Euro Fördergeld stehen dafür zur Verfügung.

Pflegebedürftige, die mit anderen Pflegebedürftigen oder Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (sogenannte Pflegestufe 0) zusammen wohnen, haben zudem Anspruch auf eine monatliche Pauschale in Höhe von 205 Euro. Das Geld dafür kommt aber nicht aus dem gleichen Topf wie die Förderungen für den Wohnungs­umbau. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium erklärte auf, dass die 205 Euro in den ersten drei Monaten 2015 durchschnittlich an rund 15.000 Personen ausgezahlt worden seien.

Seit 2015 laufen zudem verschiedene Projekt-Modelle zur Weiterentwicklung von Wohnformen im Alter, wie etwa sogenannte Mehrgenerationenhäuser. Die Projekte sollen Alternativen zur stationären Pflege beleuchten und werden bis April 2018 evaluiert. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

29.05.17
Laumann als NRW-Gesundheits­minister im Gespräch
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) laufen derzeit die Koalitionsgespräche zwischen CDU und FDP für eine neue Landesregierung. Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bundesregierung,......
11.05.17
Tag der Pflege: Forderungen nach mehr Personal
Berlin – Zum morgigen Internationalen Tag der Pflege gibt es Rufe nach mehr Personal und einer höheren Wertschätzung für die Arbeit der Pflegekräfte. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi)......
03.05.17
Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) will die Unterschiede bei den Pflegemindestlöhnen in Ost und West nicht hinnehmen, die nach einer neuen Festlegung mindestens......
03.05.17
Hamburg – 20 Jahre nach dem Hamburger Dekubitus-Skandal sieht der Rechtsmediziner Klaus Püschel große Fortschritte in der Altenpflege. Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Leichenschauen in den......
25.04.17
Mindestlohn in der Pflege soll ab Januar 2018 steigen
Berlin – Der Mindestlohn für Pflegekräfte soll steigen. Ab dem 1. Januar 2018 soll er im Westen 10,55 Euro und im Osten 10,05 Euro betragen. Darauf einigte sich die Pflegekommission aus Arbeitgebern......
19.04.17
Pflegeberatung: Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige
Berlin – Das Beratungsangebot für Pflegebedürftige ist oft unübersichtlich. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat daher eine Checkliste für Pflegebedürftige und Angehörige mit den zehn......
24.03.17
Berlin – Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, hat heute die Pflegenden dazu aufgerufen, bei der Bundestagswahl den Parteien ihre Stimme zu geben, die sich für die Pflege......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige