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Politik

Verbindliche Kriterien zur Festlegung der Reha-Fähigkeit gefordert

Mittwoch, 5. August 2015

Berlin – Orthopäden und Unfallchirurgen haben eine Neuordnung der Rahmen­bedingungen für Reha-Leistungen gefordert. Im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) kritisierten die Mediziner, dass Akut-Kliniken ihre Patienten nach einer Operation aus Kostengründen immer früher in Rehabilitations-Kliniken entlassen.

„Immer häufiger entlassen Akut-Kliniken ihre Patienten zu früh“, warnte DKOU-Präsident Hans-Jürgen Hesselschwerdt. Besonders häufig handele es sich dabei um betagte Patienten, die ein neues Hüft- oder Kniegelenk bekommen haben. Ihr durchschnittlicher Aufenthalt in der Akut-Klinik habe sich zwischen 2003 und 2011 um etwa fünf Tage reduziert.

Fallpauschalen setzen falsche Anreize
Mitverantwortlich für die frühen Klinikentlassungen seien die Fallpauschalen, die nach Ansicht der Orthopäden und Unfallchirurgen falsche Anreize liefern. Die Konsequenzen hätten die Patienten und Reha-Kliniken zu tragen. Hesselschwerdt: „Etwa jeder vierte Patient benötigt ein umfangreiches medizinisches Monitoring in engem Austausch mit dem Operateur.“ Vereinzelt seien auch Rückverlegungen bei Komplikationen notwendig.

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Index muss Zustand des Patienten erfassen
„Auf diesen erhöhten medizinischen und pflegerischen Aufwand sind wir eingestellt, er wird jedoch nicht in den Reha-Sätzen abgebildet“, kritisierte der Chefarzt der Theresienklinik in Bad Krozingen. Er hat deshalb verbindliche Kriterien zur Festlegung der Reha-Fähigkeit frisch operierter Patienten gefordert. „Wir brauchen einen Index, der den Zustand der Patienten erfasst und der an einen bestimmten Reha-Satz gekoppelt ist, analog dem neurologischen Phasenmodell“, so Hesselschwerdt.

© hil/aerzteblatt.de

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