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Ärzteschaft

Westfalen-Lippe: Kammer nimmt ärztliche Fortbildung stärker unter die Lupe

Donnerstag, 6. August 2015

Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) will zukünftig für noch mehr Transparenz und Gewährleistung der Neutralität bei der ärztlichen Fortbildung sorgen. Dazu hat sie das neue „Bewertungsgremium Fortbildungszertifizierung“ eingerichtet. Es soll von Arzneimittel- oder Medizinprodukteherstellern gesponserte Fortbildungs­maßnahmen auf die erforderliche Produktneutralität prüfen.

Der Kammer zufolge waren im vergangenen Jahr von den rund 30.000 Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in ihrem Bereich etwas über 2.000 gesponsert. Davon wurden 360 stichprobenartig überprüft, ohne Anlass zur Beanstandung. Allerdings hatte die Kammer 2014 bereits im Vorfeld 28 Anträge zur Zertifizierung von Fortbildungsveran­staltungen aufgrund mangelnder Firmen- und Produktneutralität abgelehnt.

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„Die Stichprobenprüfungen und die Arbeit des neuen Bewertungsgremiums sorgen dafür, dass die Produktneutralität bei der ärztlichen Fortbildung zuverlässig eingehalten wird und die Veranstaltungen frei von wirtschaftlichen Interessen sind“, verwies Kammerpräsident Theodor Windhorst.

Er betonte, dass lebenslange Fortbildung für Ärzte verpflichtend sei. Durch den regelmäßigen medizinischen Fortschritt werde das Patientenwohl geschützt. Die ärztliche Unabhängigkeit dürfe dabei im Sinne der Patientenversorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet sein. „Kommerzielle Interessen dürfen keinen Einfluss auf Diagnostik und Therapie haben“, erklärte Windhorst. Das Miteinander mit Industrie und Arzneimittel­herstellern müsse kritisch-distanziert sein. © hil/aerzteblatt.de

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Loewenherz
am Donnerstag, 6. August 2015, 22:11

Kammern nehmen Weiterbildung unter die Lupe

Liebe Ärztekammer W/L, liebe Ärztekammern generell,

ich, als Assistenzarzt, würde mir wünschen, dass die Weiterbildungsstätten generell viel mehr unter die Lupe genommen werden. "Keine Sorge, ich unterschreibe Ihnen schon die nötigen Zahlen für die Facharztprüfung" ist gängige Praxis, auf die geforderten Zahlen kommt in der Regelweiterbildungszeit - meines Wissens nach - in meinem Bekanntenkreis kaum jemand. Es überwiegt im Angestelltenverhältnis das "Diensteschrubben" um eine Versorgung der Patienten in Rahmen wirtschaftlich knapper Rahmenbedingungen irgendwie zu gewährleisten, ... es müssen ja noch 20-30% Rendite für die Investoren rausspringen.
All das ist breit bekannt, wird im allgemeinen aber toleriert... und ich frage mich die ganze Zeit: Warum? Warum ist es "ok", dass wir uns in der Weiterbildung mit 1-2 Jahresverträgen rumärgern müssen? Warum ist es ok, dass wir in ständiger Abhängigkeit von einem Weiterbilder sind, der daraus seine Profite generieren kann - immer in der Angst, nicht verlängert zu werden, die Zahlen nicht "vollzubekommen"?
Ich finde es schön, dass Transparenz in der Medizin so ein großes Thema ist, tut aber auch gottverdammt nochmal endlich mal was für die Weiterbildung und den Nachwuchs!
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